Nach Gewinnwarnung Hewlett-Packard-Aktie stürzt ab

Hewlett-Packard schlittert immer tiefer in die Krise. Der US-Computerkonzern enttäuscht Investoren mit seiner Gewinnprognose, die Aktie sank zeitweise auf den tiefsten Wert seit knapp zehn Jahren. Schnelle Besserung ist nicht in Sicht.

HP-Logo: Aktienkurs sinkt auf den niedrigsten Stand seit fast zehn Jahren
REUTERS

HP-Logo: Aktienkurs sinkt auf den niedrigsten Stand seit fast zehn Jahren


San Francisco - Der US-Computerkonzern Hewlett-Packard (HP) Chart zeigen hat eine Gewinnwarnung für 2013 ausgegeben. Die Geschäftsbedingungen blieben auch im kommenden Jahr schwierig, in der Sparte Dienstleistungen würden die Umsätze sinken, teilte das Unternehmen mit. Als Gewinn-Erwartung für 2013 nannte HP pro Aktie eine Spanne zwischen 3,40 bis 3,60 Dollar, Analysten hatten bislang im Schnitt 4,16 Dollar erwartet. Nach dem Bekanntwerden fiel der Aktienkurs des Unternehmens zeitweise um sieben Prozent auf den tiefsten Stand seit knapp zehn Jahren.

Die Vorstandsvorsitzende Meg Whitman machte ein Jahr nach ihrem Einstieg die aufgeblähten Strukturen und die mangelnde Innovationskraft des Konzerns für die schlechten Aussichten verantwortlich. "Es dauert länger, dieses Schiff auf Kurs zu bringen, als wir uns das alle wünschen", sagte Whitman. Erst zum Jahr 2016 werde HP wieder so schnell wie die US-Wirtschaft wachsen.

Wie anderen klassischen Computerherstellern macht Hewlett-Packard die sinkende Nachfrage nach Notebooks und Desktop-Computern zu schaffen - allein 8,9 Milliarden Dollar Verlust hat das IT-Unternehmen von Anfang Mai bis Ende Juli angehäuft. Auch das zweite Standbein des Unternehmens, die Drucker, verkaufen sich nicht mehr so gut wie früher. Erst vor wenigen Wochen hatte HP mitgeteilt, in den kommenden zwei Jahren insgesamt 29.000 Stellen zu streichen. Durch die Kürzungen sollen jährlich bis zu 3,5 Milliarden Dollar an Personalkosten gespart werden. Hewlett-Packard beschäftigt weltweit mehr als 300.000 Mitarbeiter. In Deutschland waren es zuletzt etwa 10.400.

max/dpa/Reuters



insgesamt 18 Beiträge
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bitboy0 04.10.2012
1. Die Dinos sterben!
Wenn eine Firma so groß und "wichtig" ist läuft sie Gefahr sich für unverzichtbar zu halten! Neue Ideen werden nicht radikal genug umgesetzt und bestehende Konzepte sind wie aus Zement... "das war immer schon gut SO ... das BLEIBT auch SO!" Arbeitsplätze abbauen ist dagegen kein Mittel! Auch wenn MS grade Schläge dafür bekommt, aber ganz sicher ist es notwendig auch mal unpopuläre Dinge zu tun ... also Ribbons einzuführen und den "Start"-Button zu verstecken! Drucker sind erst mal perfekt ausentwickelt ... keiner braucht den xten aufguss der ausgereiften Technik ... PC's sind natürlich weiter wichtig, aber für's Büro tun es kleine Kästchen... usw! Entweder HP findet einen Weg in die schöne neue Welt mit Touch und Apps, oder sie schrumpfen bis sie weg sind. So wie Kodak ... oder vielleicht auch NOKIA ?
horstma 04.10.2012
2. Nein, das ist es nicht.
"Wie anderen klassischen Computerherstellern macht Hewlett-Packard die sinkende Nachfrage nach Notebooks und Desktop-Computern zu schaffen." Das ist nicht das Problem. Die Nachfrage nach qualitativ HOCHWERTIGEN Notebooks besteht immer noch. Genau dieses Segment hat HP in der Vergangenheit bedient. Nicht immer der letzte Schrei der Technik, aber solide, stabil gebaut, und mit professionellem Support. Das war die eigentliche Stärke von HP. Leider scheint man dies in der Firmenzentrale nicht erkannt zu haben. Wenn ich geschäftlich auf Reisen bin, kann ich mit einem chinesischen Billig-Laptop nichts anfangen, das beim ersten Stoß den Geist aufgibt. Ich reise daher immer noch mit einem HP-Laptop, das einige Jahre auf dem Buckel hat, mit Win XP läuft, aber absolut zuverlässig ist. HP sollte sich auf dieses Kerngeschäft konzentrieren, anstatt den chinesischen Billigmarkt zu attackieren. Das geht schief.
WernerT 04.10.2012
3. Wobei HP immer noch Gewinn macht
Nur durch vorgezogene Abschreibungen die Kosten ais der Zukunft in die Gegenwart verlagert und so auf dem Papier Verluste erzeugt.
Wilhelm Klaus 04.10.2012
4. Börse
Zitat von sysopREUTERSHewlett-Packard schlittert immer tiefer in die Krise. Der US-Computerkonzern enttäuscht Investoren mit seiner Gewinnprognose, die Aktie sank zeitweise auf den tiefsten Wert seit knapp zehn Jahren. Schnelle Besserung ist nicht in Sicht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/hewlett-packard-warnt-vor-gewinnrueckgang-a-859359.html
Betriebe, die sich Ihr Kapital an der Börse erwirtschaften sind tendenziell unsichere Kanidaten da Eigenkapital fehlt.
MoorGraf 04.10.2012
5. koennen die Zahlen stimmen?
8,9 Milluarden in drei Monaten heisst bei 300.000 Mitarbeitern 10.000 jeden Monat fuer jeden Mitarbeiter... wofuer geben die soviel Geld aus???
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