Hilfe für Tamilen Skandal-Investor Rajaratnam droht Terrorverfahren

Raj Rajaratnam kommt nicht aus den Schlagzeilen. Der wegen Insiderhandels angeklagte Hedgefonds-Milliardär muss sich nun auch wegen mutmaßlicher Finanzhilfe für tamilische Rebellen verantworten. Der Anwalt des US-Milliardärs weist die Vorwürfe als haltlos und beleidigend zurück.

US-Milliardär Rajaratnam: Umfangreiche Anklageschrift
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US-Milliardär Rajaratnam: Umfangreiche Anklageschrift


New York - Raj Rajaratnam gerät weiter unter Druck: In einer am Donnerstag bei einem US-Bundesbezirksgericht in New Jersey eingereichten Anklageschrift heißt es, der gebürtige Srilanker habe mit anderen "wissentlich die LTTE finanziell und materiell unterstützt mit dem Ziel, die Terrorkampagne der LTTE zu fördern". Die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) kämpften bis zu ihrer Niederlage im Mai um einen unabhängigen Tamilenstaat in Sri Lanka.

Rajaratnam ist Tamile und inzwischen US-Bürger. Sein Anwalt Jim Walden erklärte, die Behauptung, Rajaratnam habe die LTTE unterstützt, sei schlicht falsch und beleidigend. "Wir sind überzeugt, dass das Gericht diese haltlosen Vorwürfe zurückweisen wird", erklärte Walden.

Eingereicht wurde die Klage im Namen von 30 Überlebenden oder Opfern von LTTE-Angriffen. In der Schrift heißt es weiter, Raj Rajaratnam, sein Vater J.M. Rajaratnam und die Tamil Rehabilitation Organization (TRO) hätten den Aufständischen fünf Millionen Dollar zukommen lassen.

Die LTTE wurde von den USA als Terrororganisation eingestuft. Bekannt ist, dass Rajaratnam 2005 der TRO mindestens fünf Millionen Dollar spendete, um beim Wiederaufbau nach dem Tsunami im Jahr zuvor zu helfen. Später stellte die US-Regierung fest, dass die TRO Geld an die LTTE weitergereicht hatte.

Rajaratnams Umfeld weist darauf hin, dass er Millionen an alle von dem Tsunami betroffene ethnische Gruppen gespendet hat. Der 52-jährige Rajaratnam ist der Gründer des Hedgefonds Galleon. Die US-Staatsanwaltschaft beschuldigt ihn und Mitarbeiter mehrerer Großkonzerne, sich durch die Weitergabe vertraulicher Informationen über mehrere Jahre hinweg illegal Gewinne im Umfang von 20 Millionen Dollar verschafft zu haben. Rajaratnam wurde für eine Kaution von 100 Millionen Dollar wieder auf freien Fuß gesetzt.



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Hartmut Dresia, 19.10.2009
1.
Zitat von sysopErst Madoff, jetzt Rajaratnam - hat die Wall Street aus der Wirtschaftskrise nichts gelernt?
Was sollte sie denn lernen? Dass der Staat im Zweifel die Rechnungen begleicht, das konnten auch die deutschen Banken aus der Krise lernen. Und dass Politiker Geld ohne jede Gegenleistung geben. Warum ist das so? Es gibt da viele Thesen: Heiner Flassbeck: Gescheitert - Warum die Politik vor der Wirtschaft kapituliert (http://www.plantor.de/2009/gescheitert-warum-die-politik-vor-der-wirtschaft-kapituliert/) Aber was sollen Banken auch von Politikern halten, wenn man sich zum Beispiel die Besetzung von Vorstandsposten bei der Bundesbank durch die Politik anschaut: Thilo Sarrazin - eine glatte Fehlbesetzung in der Bundesbank (http://www.plantor.de/2009/thilo-sarrazin-eine-glatte-fehlbesetzung-in-der-bundesbank/)
founder 19.10.2009
2. Ein Stoßdämpfer für die Börsen
Zitat von sysopErst Madoff, jetzt Rajaratnam - hat die Wall Street aus der Wirtschaftskrise nichts gelernt?
Was passiert wenn bei einem Auto die Stoßdämpfer kaputt sind? Schlechte Straßenlage, längerer Bremsweg, es wird extrem gefährlich damit zu fahren. Stoßdämpfer sind Schwingugsdämpfer. Ohne Schwingungsdämpfung schaukelt sich das Auto auf Bodenwellen zu immer größeren Schwingungen auf, bis es unkontrollierbar ins Schleudern gerät. Eine Börsentransaktionssteuer wäre ein Stoßdämpfer für die Börse.
londoneye 19.10.2009
3. Wie blöd muss man eigentlich sein?
Der Kerl hat schon 1,3 Mrd US Dollar Privatvermögen und betreibt Insiderhandel, um an weitere 20 Mio USD zu gelangen! Das ist nicht nur raffgierig, sondern auch extrem dämlich.
Ghost12 19.10.2009
4. Nicht ein paar Profiteure, sondern
Zitat von sysopErst Madoff, jetzt Rajaratnam - hat die Wall Street aus der Wirtschaftskrise nichts gelernt?
Die Verantwortung der Exzesse, die momentan noch schlimmer sind als bei Beginn der Finanzkrise, trägt derjenige, der die Blasen aufbläht- das ist Ben Bernanke. Mit Unterstützung von Geithner und Obama, die ihn bei seinem Kurs unterstützen.
Sackaboner 19.10.2009
5.
Es ist schon mehr als merkwürdig, dass Leute, die eigentlich mehr als genug Kohle für ein sorgefreies Leben bis an ihr Ende haben, immer noch weiter raffen müssen. Das kann nur eine Krankheit sein, da jede Logik und Vernunft darin fehlen. Dumm, wenn man dann noch der amerikanischen, alttestamentarischen Rachejustiz in die Hände fällt.
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