Magere Bilanz Hitzewelle lässt Ernte einbrechen

Die Trockenheit der vergangenen Wochen schlägt sich in der Bilanz der deutschen Bauern nieder: Die Ernte fiel elf Prozent geringer aus als im Vorjahr. Für die Verbraucher könnte es nun teurer werden.
Getreideernte in Niedersachsen: Deutliches Minus durch Trockenheit

Getreideernte in Niedersachsen: Deutliches Minus durch Trockenheit

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

Viele Bauern mochten die Wettervorhersagen in den vergangenen Wochen schon gar nicht mehr lesen. Sie warteten dringend auf Regen - doch angekündigt wurden meist Hitze und kaum Niederschläge. Nun kam zwar Regen, aber die lange Trockenheit macht sich bereits in der Erntebilanz der Landwirte in Deutschland bemerkbar.

Sie ernteten elf Prozent weniger als im vergangenen Jahr, sagte der Präsident des Bauernverbandes, Joachim Rukwied, im ZDF-"Morgenmagazin". Demnach belief sich die Getreideernte auf 46,5 Millionen Tonnen, die Rapsernte lag bei unter fünf Millionen Tonnen.

Im äußersten Süden Baden-Württembergs und Bayerns sowie in Schleswig-Holstein hätten die Bauern "eine ordentliche Ernte einfahren können", sagte Rukwied. Im übrigen Land sei die Ernte wegen der starken Trockenheit "deutlich unterdurchschnittlich" ausgefallen. In manchen Regionen Deutschlands müssten die Landwirte "40 bis 50 Prozent Einbußen hinnehmen". Immerhin könnten sich die Getreidebauern über eine sehr gute Qualität freuen, sagte der Bauernpräsident.

Nicht nur im Ackerbau gibt es geringere Erträge. Auch Obstbauern müssen wohl Einbußen hinnehmen. Bei der Apfelernte erwarten die Landwirte laut Rukwied demnach ein Minus von 20 Prozent, auch die Kirschernte sei im Schnitt um fünf Prozent niedriger ausgefallen.

Der Bauernpräsident sagte, die Verbraucherpreise müssten aus Sicht der Landwirte steigen, da die schlechte Ernte höheren Kosten gegenüberstehe.

Nicht nur die geringeren Erträge machen den Bauern zu schaffen. Die deutsche Landwirtschaft sei von den westlichen Sanktionen gegen Russland wegen des Ukrainekonflikts "massiv getroffen" worden, berichtete Rukwied. Die Exporte seien um 50 Prozent eingebrochen, was 600 bis 700 Millionen Euro im Jahr an Wertschöpfung koste. "Das tut sehr weh." Außerhalb der Europäischen Union sei Russland neben der Schweiz und den USA bislang das größte Exportland gewesen.

mmq/AFP
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