Profitabler Autozug Privatbahn will der Bahn den Sylt-Shuttle abnehmen

Die Privatbahn RDC hat es laut "FAZ" auf den Sylt-Shuttle abgesehen. Das Unternehmen will höhere Trassenpreise zahlen als die Deutsche Bahn - und rechnet sich deshalb gute Chancen aus.

Sylt-Shuttle (Archivbild): Der einzig rentable Autozug der Bahn
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Sylt-Shuttle (Archivbild): Der einzig rentable Autozug der Bahn


Frankfurt - Die Deutsche Bahn (DB) fährt seit Jahren Verluste mit ihren Autozügen ein, bis 2017 will der Konzern deren Betrieb deshalb einstellen. Den einzig rentablen Autozug will nun das private Bahnunternehmen RDC Deutschland der Bahn abspenstig machen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ").

"Wir wollen den Autozug zwischen Niebüll und Westerland auf der Insel Sylt von Dezember 2015 an betreiben", sagte Henry Posner, Chef der US-Muttergesellschaft Railroad Development Corporation (RDC), laut dem Bericht. RDC Deutschland habe sich bei der Bahn-Gesellschaft DB Netz um die Zuteilung von Trassen in einem auf zehn Jahre angelegten Rahmenvertrag beworben.

Das Unternehmen sei bereit, höhere Trassenpreise zu zahlen als die Deutsche Bahn, fügte Posner hinzu. Daher rechne sich die RDC gute Chancen aus. RDC Deutschland will den Autozug Posners Worten zufolge zwischen vier Uhr morgens und 23 Uhr abends durchgehend alle 30 Minuten fahren lassen. Im Moment gilt der Halb-Stunden-Takt nur zu Spitzenzeiten.

Das Unternehmen war im Jahr 1987 von Posner gegründet worden und ist inzwischen in vielen Ländern aktiv. In Deutschland ist die RDC Hauptgesellschafter des Hamburg-Köln-Expresses (HKX). Die Bahn hat angekündigt, ihre Autozüge bis 2017 einzustellen, weil sie damit seit Jahren Verluste einfährt.

bos/AFP



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