Höchster Stand seit 2005 Zahl der US-Insolvenzen schnellt nach oben

Europa erholt sich, China boomt - und die USA liegen noch immer am Boden. Die Zahl der Pleiten ist auf den höchsten Stand seit 2005 gestiegen, innerhalb eines Quartals wurden mehr als 400.000 Insolvenzen gemeldet. Die Gründe: hohe Arbeitslosigkeit und allgemeine Wirtschaftsflaute.

Hausverkauf in den USA: Vor allem Privatleute rutschen in die Insolvenz
DPA

Hausverkauf in den USA: Vor allem Privatleute rutschen in die Insolvenz


New York - Es ist ein trauriger Rekord: Die Zahl der Pleiten in den USA ist angesichts der schwachen Konjunktur auf den höchsten Stand seit 2005 gestiegen. Zwischen April und Juni wurden 422.061 Insolvenzanträge gezählt, wie die zuständige US-Behörde am Dienstag mitteilte.

Das sind neun Prozent mehr als im Zeitraum von Januar bis März. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist die Zahl der Insolvenzen sogar um elf Prozent gestiegen. Hauptgründe sind die hohe Arbeitslosigkeit und die allgemeine Wirtschaftsflaute.

Im gesamten Jahr der Betrachtung, das am 30. Juni endete, erhöhte sich die Zahl der Pleiten um 20 Prozent auf 1,57 Millionen. Dabei stieg die Zahl der Privatpersonen, die Insolvenz anmelden mussten, um 21 Prozent auf 1,51 Millionen. Die Zahl der Firmenpleiten wuchs um neun Prozent auf 59.608.

In den USA schreitet die konjunkturelle Erholung nach der Finanzkrise deutlich langsamer voran als in Europa. So ist das Bruttoinlandsprodukt der Euro-Zone im zweiten Quartal um 1,0 Prozent gewachsen - vor allem dank Wachstumsmotor Deutschland. Nach Einschätzung von Experten hat die Euro-Zone damit die US-Wirtschaft im Frühjahr überflügelt. Allein in Deutschland ist die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 2,2 Prozent gewachsen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum beläuft sich das Plus sogar auf 4,1 Prozent.

China wiederum erzielt Wachstumsraten um die acht Prozent. Ein Problem allerdings macht den Firmen in der Volksrepublik zu schaffen: die schwache Nachfrage in den USA.

wal/Reuters



insgesamt 18 Beiträge
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jimi hendrix 18.08.2010
1. war ja klar...
...kaum ist ein Schwarzer im weissen Haus geht alles den Bach ab...^^
konsum ist keine lösung 18.08.2010
2. Es ist ja auch nicht zu verstehen
Zitat von sysopEuropa erholt sich, China boomt - und die USA liegen noch immer am Boden. Die Zahl der Pleiten ist auf den höchsten Stand seit 2005 gestiegen, innerhalb eines Quartals wurden mehr als 400.000 Insolvenzen gemeldet. Der Grund: hohe Arbeitslosigkeit und allgemeine Wirtschaftsflaute. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,712392,00.html
Da sparen die Firmen schon am Personal und entlassen soviele Mitarbeiter wie möglich oder stellen nur noch befristet und in Teilzeit ein, da werden so wenig Steuern erhoben, dass auch die Komunen Personal entlassen um zu sparen, da werden so niedrige Steuern erhoben, dass die großen Konzerne schon wieder Milliardengewinne machen und an einige tausend Mitarbeiter Milliarden Boni zahlen, da spart man an der Arbeitslosenunterstützung und an der Sozialhilfe - und dennoch: die große Mehrheit der völlig überschuldeten amerikanischen Bürger konsumieren einfach nicht, die kaufen einfach nichts. Es ist einfach nicht zu verstehen. Man sollte es dort endlich mit handfester Wirtschaftspolitik versuchen: Unternehmenssteuern senken, Mindestlohn abschaffen, Kündigungsschutz abschaffen und viel mehr Werbung, um den Konsumdruck auf die Menschen zu erhöhen! Das macht die Unternehmen flexibler und dann konsumieren und kaufen die Menschen bestimmt wieder ganz viel - wovon und womit auch immer. Und wenn die USA jetzt ihre Truppen aus dem Irak abziehen und in Afghanistan reduzieren, stehen dem amerikanischen Markt ja auch bald mindesten 2 Millionen Arbeitskräfte mehr zur Verfügung, die dann zwar keinen Sold mehr beziehen aber von ihrem nichts dann konsumieren können - oder so! Kaufkraft in der Masse wächst doch automatisch, wenn Unternehmen wie Goldman Sachs Milliardengewinne machen!!
gloton7, 18.08.2010
3. Willy Brand würde sagen:
Zitat von sysopEuropa erholt sich, China boomt - und die USA liegen noch immer am Boden. Die Zahl der Pleiten ist auf den höchsten Stand seit 2005 gestiegen, innerhalb eines Quartals wurden mehr als 400.000 Insolvenzen gemeldet. Der Grund: hohe Arbeitslosigkeit und allgemeine Wirtschaftsflaute. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,712392,00.html
Jetzt bricht zusammen, was zusammen brechen soll. Lange genug hatte der Spiegel die Zusammenhänge beschrieben. Diese Entwicklung ist logisch, sie wird noch länger andauern und uns den Sturz der größten Volkswirtschaft vor Augen führen. Die große Gefahr dabei: Amerika wird einen Schuldigen suchen und wer ein Gewehr hat, benutzt es spätestens, wenn er seine Ziele in Gefahr sieht. Deswegen war es auf der anderen Seite von China auch nicht so weise, die US jahrelang mit Geld zu versorgen. Die US könnten einen Krieg mit China anfangen. Gründe dafür würden sie immer finden. In ihrer Kreativität würde ihnen vielleicht einfallen: Gebäude 7 des World Trade Centers wurde am 11.09.2010 von Chinesen gesprengt (und nicht von Enron angeordnet, um Beweise für Korruption zu vernichten).
stanis laus 18.08.2010
4. Die anderen Zahlen kann man fälschen
Nur die Zahl der Insolvenzen ist nachprüfbar. Und zeigt die tatsächliche Lage. Die US-Wirtschaft ist trotz des größten Konjunkturprogrammes der Weltgeschichte (1 Bio. US-Dollar) am Ende. Da hilft es nicht, sich warm anzuziehen, das wird auch in Deutschland an die Substanz gehen. Der prognostizierte Kollaps der westlichen Welt für 2015 wird wesentlich früher kommen. Nach meinen Befürchtungen noch in diesem Jahr. Nicht schlagartig, gleitend über Jahre. Die lancierten Meldungen über positiven Indikatoren kommen aus einem Strohfeuer, das schnell erlischt.
h0l0fernes 18.08.2010
5. Gratuliere! Sie haben's verstanden!
Zitat von konsum ist keine lösungDa sparen die Firmen schon am Personal und entlassen soviele Mitarbeiter wie möglich oder stellen nur noch befristet und in Teilzeit ein, da werden so wenig Steuern erhoben, dass auch die Komunen Personal entlassen um zu sparen, da werden so niedrige Steuern erhoben, dass die großen Konzerne schon wieder Milliardengewinne machen und an einige tausend Mitarbeiter Milliarden Boni zahlen, da spart man an der Arbeitslosenunterstützung und an der Sozialhilfe - und dennoch: die große Mehrheit der völlig überschuldeten amerikanischen Bürger konsumieren einfach nicht, die kaufen einfach nichts. Es ist einfach nicht zu verstehen. Man sollte es dort endlich mit handfester Wirtschaftspolitik versuchen: Unternehmenssteuern senken, Mindestlohn abschaffen, Kündigungsschutz abschaffen und viel mehr Werbung, um den Konsumdruck auf die Menschen zu erhöhen! Das macht die Unternehmen flexibler und dann konsumieren und kaufen die Menschen bestimmt wieder ganz viel - wovon und womit auch immer. Und wenn die USA jetzt ihre Truppen aus dem Irak abziehen und in Afghanistan reduzieren, stehen dem amerikanischen Markt ja auch bald mindesten 2 Millionen Arbeitskräfte mehr zur Verfügung, die dann zwar keinen Sold mehr beziehen aber von ihrem nichts dann konsumieren können - oder so! Kaufkraft in der Masse wächst doch automatisch, wenn Unternehmen wie Goldman Sachs Milliardengewinne machen!!
Auf dieses zentrale, essentielle Dogma läuft die kapitalistische Religion nämlich hinaus: Wenn die Reichen immer reicher werden, dann wird es den Armen auch immer besser gehen - irgendwann. Wer kann denn da noch abseits stehen: Schmeißen wir den Reichen unser Geld hinterher! Das ist Glück pur!
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