Höchster Stand seit Februar Euro steigt über 1,40 Dollar

Der Euro zeigt sich derzeit von seiner stärksten Seite: Die europäische Gemeinschaftswährung knackte erstmals seit Monaten die Marke von 1,40 Dollar. Für den letzten Schubs hatte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet gesorgt.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet: Leitzins bei 1,0 Prozent belassen
REUTERS

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet: Leitzins bei 1,0 Prozent belassen


Frankfurt am Main - Höhenflug für den Euro: Der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung ist erstmals seit acht Monaten über 1,40 Dollar gestiegen. Am Nachmittag notierte der Euro Chart zeigen bei 1,4018 Dollar. Zuletzt war er am 3. Februar über diese Marke geklettert.

Bereits in den vergangenen Tagen war der Eurokurs stetig geklettert - den letzten Anstoß aber gab nun Jean-Claude Trichet. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) äußerte sich am Donnerstag zum aktuellen Währungsstreit zwischen China und dem Westen. Er sprach sich gegen Interventionen am Devisenmarkt aus - und für Wechselkursreformen. Wechselkurse sollten wirtschaftliche Fundamentaldaten widerspiegeln. Ungeordnete Bewegungen hätten negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Stabilität.

Die USA und Europa werfen der Regierung in Peking vor, den Wechselkurs des Yuan künstlich niedrig zu halten, um die heimische Wirtschaft vor der internationalen Konkurrenz abzuschirmen.

Zur jüngsten Abwertung des Dollar erklärte Trichet erneut, er gehe davon aus, dass ein starker Dollar nach wie vor im Interesse der USA sei. Der Greenback steht seit Wochen unter Druck, nachdem die US-Notenbank weitere Konjunkturspritzen per Notenpresse angekündigt hatte, sollte sich die nach wie vor schwache Lage am Arbeitsmarkt der Vereinigten Staaten nicht bessern.

Trichet: Werden in Washington über Währungen sprechen

Die Aussagen Trichets hatten Signalwirkung: Noch während der Pressekonferenz mit Trichet übersprang der Euro wieder die Marke von 1,40 Dollar. Einige Ökonomen befürchten dadurch Nachteile für Europas Exporteure gegenüber der Konkurrenz auf dem Weltmarkt.

Trichet und andere Notenbankchefs und Finanzminister treffen am Wochenende bei der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington zusammen. Trichet sagte, das Treffen werde eine gute Gelegenheit sein, sich ausführlich über das Streitthema Währungen auszutauschen.

Ihren Leitzins beließ die EZB wie von Analysten erwartet bei einem Prozent. Der Schlüsselzins für die Versorgung des Bankensystems mit Zentralbankgeld liegt bereits seit rund eineinhalb Jahren auf diesem Rekordtief. Trichet sagte, die EZB bleibe bei ihrer schrittweisen Rückführung der in der Finanzkrise eingeführten unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen. Wann der EZB-Rat über den im Frühjahr wegen der Griechenland-Krise unterbrochenen Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes entscheiden wird, ließ er offen.

yes/Reuters/dpa-AFX



insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
c++ 07.10.2010
1. .
Das ist jetzt bestimmt eine Verschwörung der amerikanischen Industrie und von Spekulanten auf einen schwachen Dollar. Was ist aus der Hysterie über kriminelle Spekulationen gegen den Euro geworden?
joe sixpack 07.10.2010
2. Was ist aus der Hysterie über kriminelle Spekulationen gegen den Euro geworden?
Zitat von c++Das ist jetzt bestimmt eine Verschwörung der amerikanischen Industrie und von Spekulanten auf einen schwachen Dollar. Was ist aus der Hysterie über kriminelle Spekulationen gegen den Euro geworden?
Die wird sicher von der naechsten Hysterie "Spekulation gegen die EU Exportindustrie" abgeloest. Der Euro soll bis mind. 2 $ steigen. Das ist gut fuer meine Rente, ein Teil davon kommt aus Deutschland... Und es ist gut fuer die einheimischen Autohersteller, weil es all die Audi, BMW, Mercedes, VW, Porsche,... so weit verteuert dass die Leute vermehrt einheimische Produkte kaufen.
ascolta 07.10.2010
3. seltsam
Zitat von c++Das ist jetzt bestimmt eine Verschwörung der amerikanischen Industrie und von Spekulanten auf einen schwachen Dollar. Was ist aus der Hysterie über kriminelle Spekulationen gegen den Euro geworden?
Seltsam, vor einem Jahr hatte man noch das Gefühl der Euro wird zusammen brechen und es muss alles dafür gegeben werden um dies zu verhindern.
kogno 07.10.2010
4. Wo bleibt die griechische Krise?
Zitat von sysopDer Euro zeigt sich derzeit von seiner stärksten Seite: Die europäische Gemeinschaftswährung knackte erstmals seit Monaten die Marke von 1,40 Dollar. Für den*letzten Schubs hatte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet gesorgt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,721877,00.html
Die griechische Krise hat seinerzeit den deutschen Exporten geholfen. Jetzt tut sie es nicht mehr. Es war ein geschickter Schachzug Chinas, Griechenland finanzielle Unterstützung zuzusagen.
Hovac 07.10.2010
5. Das
Zitat von c++Das ist jetzt bestimmt eine Verschwörung der amerikanischen Industrie und von Spekulanten auf einen schwachen Dollar. Was ist aus der Hysterie über kriminelle Spekulationen gegen den Euro geworden?
war keine Hysterie, oder haben sie 70ig Jährige rumlaufen sehen die über ihre Zukunft jammern oder überhaupt irgendeinen Normalbürger der das ernsthaft in betracht gezogen hat? Nur weil ein paar Menschen mit viel Geld sich Zeit und Aufmerksamkeit in den Medien kaufen um an soetwas wie einer selbsterzeugten Hysterie Geld verdienen zu wollen ist es noch lange keine.
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