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Frauen in Führungspositionen: Von Blair bis Bartz

Foto: Chris Jackson/ Getty Images

Höhere Rendite Spezialfonds investiert nur in Firmen mit Chefinnen

Frauen - der beste Garant für eine sichere Kapitalanlage? Eine Schweizer Bank hat einen speziellen Fonds entwickelt, der nur in frauengeführte Firmen investiert: Sie sollen höhere Renditen erwirtschaften.

London - Ab der kommenden Woche können Anleger den Risikofaktor Testosteron in ihrem Portfolio vermindern. Nach Informationen des "Guardian" wird es dann einen Fonds geben, der nur in Firmen mit einem ausgewogenen Verhältnis von Frauen und Männern in Führungspositionen investiert.

Schirmherrinnen des Fonds sind Cherie Blair, Gattin des ehemaligen britischen Premierministers Tony Blair, Kim Campbell und Jenny Shipley, ehemalige Regierungschefinnen aus Kanada und Neuseeland. Die Schweizer Bank Naissance Capital hat das Projekt gestartet.

Argumentative Unterstützung bekommt der Fonds von McKinsey. In einer 2007 veröffentlichten Studie fand die Unternehmensberatung heraus, dass eine ausgeglichene Geschlechterverteilung sowohl die Gehälter als auch die Aktienkurse in die Höhe treibt. In Europa gebe es allerdings nur elf Prozent weibliche Chefs. Am höchsten sei die Frauenquote in Norwegen (31 Prozent), Schweden (24 Prozent), Bulgarien und Lettland (jeweils 21 Prozent). In Spanien (4 Prozent), Italien (3 Prozent) und Luxemburg (1 Prozent) ist sie am niedrigsten.

Der Verantwortliche für den neuen Fonds, Daniel Tudor von Naissance Capital, hofft, dass er bis Jahresende 200 Millionen Dollar zum Investieren eingesammelt hat. Dem "Guardian" sagte er, sein Fonds sei kein wohltätiges Projekt. Er glaube wie McKinsey an Leistungssteigerung von Firmen durch mehr Frauen in der Führung: "Dies ist keine Übung, um Büstenhalter zu verbrennen, das ist Business. Wenn der Fonds gut abschneidet, werden die Menschen begreifen, dass Geschlechterdiversität gut fürs Geschäft ist."

Einen kleinen Teil des Fonds will Tudor deshalb dazu verwenden, Firmen davon zu überzeugen, mehr Chefinnen einzustellen. Die Firmen für den Fonds sucht er hauptsächlich in den USA und Europa. In anderen Regionen sei es schwieriger, Firmen zu finden, welche die Kriterien erfüllen - in Japan beispielsweise sei nur ein Prozent der Chefposten mit Frauen besetzt.

mip
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