Hohe Abfindung Schweden empört sich über deutsche Vattenfall-Manager

Der Energiekonzern Vattenfall gerät in seiner Heimat Schweden massiv in die Kritik. Grund sind hohe Abfindungen an deutsche Ex-Manager - allein in einem Fall geht es um 2,4 Millionen Euro. Die Regierung in Stockholm zeigt sich empört.
Ex-Vattenfall-Manager Cramer: 2,4 Millionen Euro für fünf Monate im Amt

Ex-Vattenfall-Manager Cramer: 2,4 Millionen Euro für fünf Monate im Amt

Foto: dapd

Stockholm - Vattenfall bekommt Ärger in Schweden. Weil der Energiekonzern an entlassene deutsche Spitzenmanager hohe Abfindungen gezahlt hat, kommt es in Stockholm nun zu einem parlamentarischen Nachspiel. Auch die Regierung zeigt sich empört.

Vattenfall hatte am Wochenende Presseberichte bestätigt, wonach an drei entlassene Ex-Manager des deutschen Tochterunternehmens Vattenfall Europe Abfindungen von insgesamt zehn Millionen Euro ausgezahlt worden sind - obwohl die Betroffenen teils nur einige Monate im Amt waren. Die oppositionellen Grünen im Stockholmer Reichstag haben daraufhin den parlamentarischen Verfassungsausschuss einberufen. Er soll untersuchen, ob die Regierung möglicherweise ihre Aufsichtspflicht verletzt hat. Vattenfall gehört zu 100 Prozent dem schwedischen Staat.

Der für den Staatskonzern zuständige Finanzmarktminister Peter Norman sagte nun am Dienstag in Stockholm, er könne die Empörung in der Öffentlichkeit gut verstehen. Auch er selbst sei über die Höhe der Abfindungen empört.

Zu den begünstigten deutschen Ex-Managern gehört unter anderem Hans-Jürgen Cramer, früher Chef von Vattenfall Europe. Im Jahr 2008 hatte er nach nur fünf Monaten im Amt eine Abfindung von 2,4 Millionen Euro erhalten. Vattenfall begründete die Zahlung mit der in Deutschland üblichen Praxis.

In Schweden hingegen gelten bei Abfindungen in Staatsunternehmen enge gesetzliche Grenzen. Der Parlamentsausschuss soll nun prüfen, ob sie verletzt wurden.

wal/dpa-AFX
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