Hohe Energiekosten Verbraucher geizen beim Heizen

Bessere Technik, höhere Preise, sparsamere Bürger: Die privaten Haushalte verbrauchten 2009 deutlicher weniger Energie als noch 2005. Vor allem beim Heizöl geizen die Deutschen - die Nachfrage nach Brennholz dagegen steigt.

Heizung: Kosten für Öl stiegen allen zwischen 2005 und 2008 um fast 44 Prozent
ddp

Heizung: Kosten für Öl stiegen allen zwischen 2005 und 2008 um fast 44 Prozent


Wiesbaden - Die Zahlen des Statistischen Bundesamts sprechen eine deutliche Sprache: Bereinigt um Temperaturschwankungen ging der Verbrauch von Haushaltsenergie zwischen 2005 und 2009 um 6,7 Prozent zurück. Am stärksten war das Minus bei Mineralölen: Die Nachfrage verringerte sich seit 2005 um knapp ein Viertel. Der Verbrauch von Erdgas sei um 3,6 Prozent zurückgegangen.

Die Haushalte verbrauchten zuletzt aber auch weniger Strom: Nachdem der Stromverbrauch 2008 erstmals in der Nachkriegsgeschichte gegenüber dem Vorjahr gesunken sei, habe sich der Rückgang 2009 fortgesetzt. Insgesamt verringerte sich der Stromverbrauch von 2005 bis 2009 um zwei Prozent. Kräftig gestiegen ist allerdings der Verbrauch bei den sonstigen Energieträgern wie etwa Brennholz und Holzpellets. Hier verzeichneten die Statistiker ein Plus von 15,8 Prozent.

Die meiste Energie verbrauchten die Haushalte für das Heizen: Es stand 2009 für rund 71 Prozent der gesamten Haushaltsenergie. Gleichzeitig sank der Verbrauch gerade in diesem Segment aber auch am stärksten. 2009 habe der Heizenergie-Verbrauch knapp zehn Prozent unter dem Niveau von 2005 und sogar mehr als 20 Prozent niedriger als 2000 gelegen.

Der Rückgang im Vergleich zu 2005 kam demnach trotz einer gestiegenen Zahl von Haushalten (plus 2,2 Prozent) und trotz eines Zuwachses an Wohnfläche (plus 2,5 Prozent) zustande. Diese verbrauchssteigernden Faktoren seien durch einen reduzierten Energieverbrauch je Quadratmeter Wohnfläche (minus neun Prozent) mehr als ausgeglichen worden.

Staat profitiert von höherer Energie-Umlage

Zu den Einsparungen bei der Heizenergie trugen laut Statistischem Bundesamt zwei Faktoren bei: Einerseits hätten sich Wärmedämmung und Heiztechnik verbessert. Andererseits sei der Rückgang auch Ergebnis von Einsparungen der Haushalte als Reaktion auf deutliche Preiserhöhungen für Heizenergie. Zwischen 2005 und 2008 stiegen demnach die Verbraucherpreise für Gas um 31,8 Prozent und für flüssige Brennstoffe wie Heizöl um 43,8 Prozent.

Weil trotz des rückläufigen Verbrauchs die Nutzung regenerativer Energien steigt, hatten die vier Betreiber der Höchstspannungsnetze am Freitag angekündigt, dass die von den Stromverbrauchern zu zahlende Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im Jahr 2011 von heute 2,04 auf 3,5 Cent je Kilowattstunde Strom steigen werde. Mit der höheren Abgabe sollen die Kosten für die Einspeisung des stark wachsenden Angebots an Ökostrom finanziert werden.

Die Erhöhung der Umlage wird auch für den Staat zu einem guten Geschäft. Bund, Länder und Gemeinden können sich auf Zusatzeinnahmen von 252 Millionen Euro allein wegen der höheren Mehrwertsteuer einstellen, wie der Bundesverband der Deutschen Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" errechnet hat. BDEW-Geschäftsführerin Hildegard Müller forderte, diese Mehreinnahmen für den Energieeffizienzfonds zu nutzen.

Die gesamten Mehreinnahmen für den Staat würden sich von 259 Millionen Euro in diesem Jahr auf voraussichtlich 511 Millionen Euro 2011 fast verdoppeln. Allein der Bund werde im nächsten Jahr 281 Millionen Euro Mehrwertsteuer auf die Ökostrom-Umlage einnehmen, sagte Müller. Auf die Länder entfielen 220 Millionen Euro, auf die Gemeinden immer noch 10 Millionen Euro.

AFP/dpa-AFX



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susi_sonicht, 18.10.2010
1. Frage!
Haben die Verbraucher eine Alternative? Nein, also was solls?
Kontrastprogramm 18.10.2010
2. Möchte mich auf diesem Wege
Zitat von sysopBessere Technik, höhere Preise, sparsamere Bürger: Private Haushalte verbrauchten 2009*neun Prozent weniger Energie pro Quadratmeter Wohnfläche als noch 2005.*Der Staat kassiert trotzdem mehr Geld. Denn im kommenden Jahr steigt die Stromumlage für erneuerbare Energien drastisch. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,723666,00.html
ausdrücklich bei den Grünen, die mit der Subventionierung der EEG auf Kosten der Verbraucher angefangen haben die Preise hochzutreiben, bedanken.
hajo58 18.10.2010
3. Gasverbrauch reduziert
Zitat von sysopBessere Technik, höhere Preise, sparsamere Bürger: Private Haushalte verbrauchten 2009*neun Prozent weniger Energie pro Quadratmeter Wohnfläche als noch 2005.*Der Staat kassiert trotzdem mehr Geld. Denn im kommenden Jahr steigt die Stromumlage für erneuerbare Energien drastisch. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,723666,00.html
Wir haben unseren Gasverbrauch auf 1/3(!) reduziert und leben immer noch komfortabel. Beim Strom waren wir nicht so erfolgreich,aber auch hier konnten wir 20% einsparen. Das ist unsere persönliche Erfolgsgeschichte. Nachbaren die nichts unternommen haben zahlen horrende monatlich Abschläge.
OttoEnn 18.10.2010
4. #00107a
Zitat von sysopBessere Technik, höhere Preise, sparsamere Bürger: Private Haushalte verbrauchten 2009*neun Prozent weniger Energie pro Quadratmeter Wohnfläche als noch 2005.*Der Staat kassiert trotzdem mehr Geld. Denn im kommenden Jahr steigt die Stromumlage für erneuerbare Energien drastisch. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,723666,00.html
... kennen wir doch vergleichbar vom Wasser und vom Müll : da wird getrennt und gespart und trotzdem kostet's stetig mehr wobei wir alle wissen, weshalb - 's ist dringend Zeit zu handeln
susie.sunshine 18.10.2010
5. Würde der sparsame Bürger..
Zitat von sysopBessere Technik, höhere Preise, sparsamere Bürger: Private Haushalte verbrauchten 2009*neun Prozent weniger Energie pro Quadratmeter Wohnfläche als noch 2005.*Der Staat kassiert trotzdem mehr Geld. Denn im kommenden Jahr steigt die Stromumlage für erneuerbare Energien drastisch. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,723666,00.html
..gar nichts mehr verbrauchen, so würde er trotzdem mehr bezahlen als im Vorjahr. Man führt einfach dafür eine Abgabe bei Nichtabnahme ein und fertig.
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