Hohe Energiepreise Ölkonzerne vervielfachen ihre Gewinne

Der hohe Ölpreis beschert Europas Ölkonzernen gigantische Gewinne. Branchenführer Shell verdiente zuletzt doppelt so viel wie vor einem Jahr. Noch stärker profitierte der norwegische Energieriese Statoil: Er verneunfachte seinen Profit.

Ölförderung: Der anhaltend hohe Preis beschert den Konzernen kräftige Gewinne
REUTERS

Ölförderung: Der anhaltend hohe Preis beschert den Konzernen kräftige Gewinne


Den Haag/Oslo - Europas Ölmultis haben dank der hohen Energiepreise im zweiten Quartal kräftig verdient. Der größte europäische Ölkonzern Shell Chart zeigen verdoppelte seinen Gewinn nahezu. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg der Überschuss um 97 Prozent auf 8,662 Milliarden Dollar (knapp sechs Milliarden Euro). Der Umsatz legte um rund ein Drittel auf 124 Milliarden Dollar zu, wie Shell am Donnerstag mitteilte. Der Fokus liege weiterhin darauf, Kosten zu reduzieren und die Abläufe zu verbessern, erklärte Royal-Dutch-Shell-Chef Peter Voser.

Noch besser als für Shell lief es für den größten norwegischen Energiekonzern Statoil, der auch Gas fördert. Er erwirtschaftete im zweiten Quartal einen Rekordgewinn. Der Überschuss verneunfachte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 27,1 Milliarden Kronen (3,5 Milliarden Euro). Dank der kräftig gestiegenen Preise konnte Statoil Asa Chart zeigen auch Produktionsrückgänge wettmachen. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern, dass er etwas weniger Gas und Öl fördert als im Vorjahr.

Der spanische Öl- und Gaskonzern Repsol Chart zeigen bekam dagegen den Produktionsausfall im Bürgerkriegsland Libyen zu spüren. Der Gewinn fiel im abgelaufenen Quartal um sieben Prozent auf 485 Millionen Euro.

Der britische Konkurrent BP hatte bereits am Dienstag Zahlen vorgelegt und im zweiten Quartal dank höherer Preise für Öl und Gas ein positives Ergebnis eingefahren. Auch von höheren Margen im Raffineriegeschäft konnte der Konzern profitieren.

Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent kostete am Donnerstag gut 117 US-Dollar, rund 50 Prozent mehr als vor einem Jahr.

stk/dpa-AFX/Reuters



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crocodil 28.07.2011
1. Warum
kann der Staat nicht in diese abgesprochene Preispolitik eingreifen? Kartellamt = Beamte ohne richtige Arbeit. Aber es ist halt einfacher die Steuern zu erhöhen und den Rentnern nur 0,99% mehr zu geben, als gegen die "Abkassierer" vorzugehen.
MartinS. 28.07.2011
2. ...
Zitat von crocodilkann der Staat nicht in diese abgesprochene Preispolitik eingreifen? Kartellamt = Beamte ohne richtige Arbeit. Aber es ist halt einfacher die Steuern zu erhöhen und den Rentnern nur 0,99% mehr zu geben, als gegen die "Abkassierer" vorzugehen.
Das Kartellamt ist eine deutsche Behörde und hat bei Geschäften, die ausländische Firmen im Ausland machen schlichtweg nicht allzuviel mitzureden, weil die blöderweise auch sagen, dass sie mit der deutschen Gesetzeslage außerhalb von Deutschland nicht allzuviel zu tun haben. Mag ja doof sein, kann ich aber dummerweise trotzdem irgendwie auch nachvollziehen. Möglichkeit B wäre denn wohl, dass wir das Bundeskartellamt mal mit Panzern losschicken, um Deutsche Interessen im Ausland zu vertreten.
watislos 28.07.2011
3. Logische Rechnung...
Die Preise für die Beschaffung ändern sich nicht. Es Lügen die verbreitet werden. In Lybien wird weniger Öl exportiert... darunter leidet einer der Empfänger der Lieferungen aber ALLE erhören die Preise. Bei Shell sind die Ausgaben in den vergangenen Jahren nie durch Beschaffungskosten gestiegen und dennoch argumentiert man genau damit warum der Preis steigen muss. Und wo wird alles versteuert? Nicht bei uns... Aber wichtiger: Kunde, tankt endlich bei freien Tankstellen. Die bekommen ihren Sprit zwar auch von Shell und Co. können aber verhandeln und die Lieferanten auch in einen Wettbewerb drängen. Solange Shell und Co. zur Not noch immer über die eigenen Zapfsäulen verkaufen können wird sich nichts ändern. Meidet Aral, Shell, Esso und BP Tankstellen und nehmt alles andere. DAS und NUR das kann etwas bewirken. Wenn in einer kleineren Stadt alle Bürger einen Hersteller meiden werden die Pächter recht bald aufgeben müssen. Treibt die Pächter - auch wenn die nichts dafür können - in die Pleite.
Maclane, 28.07.2011
4. E10
In den Medien längst nicht mehr aktuell, aber die E10-Abzocke wird von Shell & Co. nach wie vor weiterbetrieben (E10 zum Preis von Super und Super zum Preis von Super Plus). Zusammen mit dem höheren Ölpreis wundern mich die Rekordgewinne daher überhaupt nicht. Aber ich bin ja ein braver Bürger und glücklich, die Öl-Aktionäre und Biospritbauern mitfinanzieren zu dürfen.
Pandora0611 28.07.2011
5. So eteas nennt man "freie Marktwitschaft"
Zitat von sysopDer hohe Ölpreis beschert Europas Ölkonzernen gigantische Gewinne. Branchenführer Shell verdiente zuletzt doppelt so viel wie vor einem Jahr. Noch stärker profitierte der norwegische Energieriese Statoil: Er verneunfachte seinen Profit. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,777124,00.html
Das ist politisch gewollt und wird auch vonn der EUdSSR vorangetrieben. Außerdem ist der Staat mit seinen diversen Steuern der größte Profiteur. Es ist unfair, unsere *Staats(ver)diener* in ihrem Büroschlaf zu stören ==> Beamtenmikado Die Preise sind zwar günsiger, wereden aber (leiter) ebenso erhöht wie bei den o.g. Da hilft nur, im Ausland tanken (wenn man die Möglichkeit hat).
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