HSH Nordbank Gefeuerter Manager will 47 Millionen Euro Schadensersatz

Er sieht sich als Bauernopfer: Ein Ex-Filialleiter der HSH Nordbank in New York hält seine Entlassung für politisch motiviert - und fordert von seinem ehemaligen Arbeitgeber Schadensersatz in Millionenhöhe. Die marode Landesbank verweist dagegen auf Sex- und Mobbingvorwürfe.


Hamburg - Neuer Ärger für die HSH Nordbank: Der vor kurzem gefeuerte New Yorker Filialleiter wehrt sich mit einer Klage und fordert 47,5 Millionen Euro Schadensersatz. Darin behauptet der ehemalige Mitarbeiter der Bank, seine Entlassung sei ein politisches Manöver im Zusammenhang mit der schleswig-holsteinischen Landtagswahl. Damit habe Bankchef Dirk Jens Nonnenmacher von eigenen und von Problemen der Bank ablenken wollen.

Der ehemalige Filialleiter war entlassen worden, nachdem ehemalige Mitarbeiter der New Yorker Niederlassung gegen ihren Chef Sex- und Mobbing-Vorwürfe erhoben und das Kreditinstitut auf Schadensersatz verklagt hatten. Der Beschuldigte weist diese Vorwürfe zurück und verweist auf seine erfolgreiche Arbeit für die New Yorker Niederlassung. "Die gegen die Bank erhobenen Vorwürfe sind haltlos und bedürfen keinerlei Kommentierung", sagte eine Banksprecherin. "Wir sind nach gründlicher Prüfung überzeugt, dass die Kündigung rechtlich einwandfrei ist."

Der Ruf der HSH Nordbank hat durch dubiose Kreditersatzgeschäfte gelitten. Nur ein Rettungspaket in Höhe von 13 Milliarden Euro, das die beiden Hauptanteilseigner Hamburg und Schleswig-Holstein im Sommer beschlossen haben, hat ihren Untergang fürs Erste verhindert.

sam/dpa-AFX



insgesamt 943 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Reziprozität 15.07.2009
1.
Zitat von sysopStaatsgeld in Anspruch nehmen, aber dem Chef hohe Boni zahlen: Das Vorgehen der angeschlagenen HSH Nordbank empört Finanzminister Peer Steinbrück. Bonuszahlungen trotz Krise und Staatshilfe?
Ganz eindeutig: Nein! Was hat btw. die HSH Nordbank eigentlich im DeserTec-Konsortium zu suchen? Sollen die nicht die Kreditfinanzierung fuer den Mittelstand im Norden absichern?
dhanz, 15.07.2009
2.
Zitat von sysopStaatsgeld in Anspruch nehmen, aber dem Chef hohe Boni zahlen: Das Vorgehen der angeschlagenen HSH Nordbank empört Finanzminister Peer Steinbrück. Bonuszahlungen trotz Krise und Staatshilfe?
Natürlich NEIN. Für die Zukunft muß man mit den Vorständen Verträge aushandeln, die die Möglichkeit von Bonuszahlungen STRENG an den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens koppeln.
der_pfau 15.07.2009
3. Bonus trotz Staatshilfe?
Und damit offenbart sich wieder eine alte Erkenntnis. Wer dreist genug ist, dem füllt man die Taschen. Hat den wirklich jemand gedacht, wir kehren von der freien zur sozialen Marktwirtschaft zurück?
japan10 15.07.2009
4.
Zitat von sysopStaatsgeld in Anspruch nehmen, aber dem Chef hohe Boni zahlen: Das Vorgehen der angeschlagenen HSH Nordbank empört Finanzminister Peer Steinbrück. Bonuszahlungen trotz Krise und Staatshilfe?
HSH Nordbank ist doch ganz was besonderes. Da hat man einen Wirtschaftsmann als Minister und dieser wird rausgeekelt. Es zeigt, wie Machtlos doch unsere Politiker gegen diese Leute sind.
boell 15.07.2009
5.
Zitat von sysopStaatsgeld in Anspruch nehmen, aber dem Chef hohe Boni zahlen: Das Vorgehen der angeschlagenen HSH Nordbank empört Finanzminister Peer Steinbrück. Bonuszahlungen trotz Krise und Staatshilfe?
Ich finde das ganz in Ordnung. Schliesslich tun diese studierten Betriebswirte etwas mit ihren systemtragenden Banken für den Aufschwung der freien Kräfte des Marktes, ergo haben sie alle Unterstützung nötig und sei es in Form von Boni. Neid hilft nicht weiter, sondern Applaus.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.