Beweissuche gegen Ex-Mitarbeiter Razzia bei der HSH Nordbank
Hamburg - Die HSH Nordbank ist erneut im Visier der Staatsanwaltschaft. Gemeinsam mit der Polizei haben zwei Staatsanwälte Büroräume der Landesbank in Kiel und Hamburg durchsucht. Man suche nach weiteren Beweisen für den Prozess gegen drei ehemalige Bankmitarbeiter wegen Verdachts der Untreue, sagte ein Sprecher der Bank. Die Bank habe der Staatsanwaltschaft alle angeforderten Unterlagen übergeben.
Den Mitarbeitern, darunter ein ehemaliges Vorstandsmitglied, wird vorgeworfen, der Münchner Sicherheitsfirma Prevent und einer Steuerberatungsgesellschaft unrechtmäßige Prämien von rund fünf Millionen Euro gezahlt zu haben. Die Bank hatte Anfang Dezember 2010 Anzeige erstattet.
Hintergrund der bewilligten Zahlung war ein Rechtsstreit der Bank mit einem türkischen Reeder. Mit dem von den ehemaligen HSH-Mitarbeitern initiierten Projekt "Sisha" sollte Prevent den Ruf der Landesbank in der Türkei verbessern und im Hintergrund Gespräche mit türkischen Politikern und Unternehmern führen, also Lobbyarbeit für die HSH leisten. Geplant war, den Reeder auszuhebeln.
Türkische Gerichte urteilten jedoch gegen die HSH und sprachen der Reederei Schadensersatzansprüche zu. Prevent erhielt dennoch die zuvor vereinbarte Erfolgsprämie.