HSH Nordbank Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Chef Nonnenmacher

Die HSH Nordbank sorgt weiter für Schlagzeilen: Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt gegen Bankchef Nonnenmacher wegen des Verdachts der Untreue. Auch über die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells herrscht noch immer Unklarheit.
Dirk Jens Nonnenmacher: Hilft am Ende nur noch Beistand von oben?

Dirk Jens Nonnenmacher: Hilft am Ende nur noch Beistand von oben?

Foto: A3912 Marcus Brandt/ dpa

Dirk Jens Nonnenmacher

Hamburg - Wird es trotz der Rückendeckung durch Aufsichtsratschef Hilmar Kopper doch noch eng für HSH-Nordbank-Chef ? Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Untreue gegen den Top-Manager und sieben weitere ehemalige und jetzige Mitarbeiter der Landesbank.

"Am Mittwochvormittag hat sich ein ehemaliger Mitarbeiter der Londoner Filiale der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Freitag. "Die Auswertung der Vernehmung hat dazu geführt, dass man den Anfangsverdacht der Veruntreuung bejaht hat."

Weiter Diskussion über Geschäftsmodell

Auch der Befragte, ein ehemaliger leitender Angestellter, gehöre zum Kreis der Verdächtigen. Der ehemalige Mitarbeiter gilt als eine der Schlüsselfiguren im verlustträchtigen Omega-Geschäft. 2008 musste die Bank deshalb 517 Millionen Euro abschreiben. Ein Sprecher der Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein sagte, die Bank werde die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen rückhaltlos unterstützen.

SoFFin

Für Unruhe bei dem in Schieflage geratenen Institut sorgt weiterhin auch die Diskussion über die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells: Der Finanzmarktstabilisierungsfonds will vor einer endgültigen Bewertung prüfen, wie die Eigner die ausstehende Beihilfe-Entscheidung der EU-Kommission umsetzen wollen. Wie der SoFFin am Freitag in Frankfurt mitteilte, ist jedoch sicher, dass aufgrund gesunkener Bonitätsnoten des Instituts "eine Anpassung des zuvor präsentierten Geschäftsmodells" erforderlich sei.

Bank dementiert Verkaufsabsichten

Die Anstalt reagierte damit auf Aussagen von Parlamentariern, denen zufolge der SoFFin das Geschäftsmodell für nicht nachhaltig und zukunftsfähig halte. Zwar habe es am 12. Oktober ein Treffen des parlamentarischen Kontrollgremiums gegeben, bestätigte der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung. Die Erörterungen im Gremium würden jedoch der Geheimhaltung unterliegen. Daher werde zu Spekulationen über die Gespräche keine Stellung bezogen.

Das "Handelsblatt" hatte berichtet, dass die Angaben des Vorstands zur Geschäftsentwicklung viel zu optimistisch gewesen seien. Vor allem die einseitige Ausrichtung auf Schiffsfinanzierungen berge erhebliche Probleme, auf die die Bankenführung bisher keine Antwort gefunden habe. Ein Sprecher der Bank hatte dazu gesagt, der Unternehmensbereich Shipping steht in keinster Weise zur Disposition.

Im November 2008 hatte der SoFFin der Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein eine 30 Milliarden Euro umfassende Liquiditätsgarantie zur Verfügung gestellt.

böl/ddp/Dow Jones Newswires
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