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23. Juli 2019, 08:10 Uhr

Mehr als 70 Prozent

Huawei entlässt Hunderte Mitarbeiter bei US-Forschungstochter

Die USA führen Huawei wegen Sicherheitsbedenken auf einer schwarzen Liste. Für die Forschungseinrichtung des chinesischen Technologiekonzerns in Kalifornien hat das drastische Folgen.

Auf dem G20-Gipfel in Osaka schien eine gütliche Lösung im Streit über den unter Spionageverdacht stehenden Telekomkonzern Huawei greifbar. US-Präsident Donald Trump kündigte an, Lieferungen von US-Unternehmen an die chinesische Firma wieder zulassen zu wollen. Doch für die US-Forschungstochter von Huawei, Futurewei Technologies, spitzt sich der Konflikt nun dennoch schmerzlich zu.

Futurewei Technologies entlässt mehr als 70 Prozent ihrer Mitarbeiter. Mehr als 600 der 850 Beschäftigten müssen gehen, bestätigte das Unternehmen in Santa Clara. Der Stellenabbau sei "aufgrund der Einschränkung des Geschäftsbetriebs" durch die Maßnahmen der US-Regierung notwendig.

Die USA hatten Huawei vor etwa zwei Monaten auf eine schwarze Liste gesetzt. Damit wurde es für die US-Tochter illegal, gewisse Technologien an den Mutterkonzern weiterzuleiten. Zudem darf Huawei mehrere Produkte nicht mehr von amerikanischen Technologiefirmen kaufen. Die USA befürchten, dass der Telekomausrüster Spionage ermöglicht. Auch in Deutschland gibt es Bedenken wegen einer möglichen Beteiligung des Konzerns am Aufbau der kritischen 5G-Netz-Infrastruktur. Huawei weist die Spionagevorwürfe zurück.

Trump sieht sich von US-Tech-Konzernen bestätigt

Und auch was die in Aussicht gestellte Wiederaufnahme der Geschäfte von US-Unternehmen mit Huawei anbelangt, ist offenbar noch nicht alles entschieden. Er werde darüber rechtzeitig befinden, sagte Trump am bei einem Treffen mit den Chefs großer US-Technologiekonzerne wie Cisco, Intel und Alphabet am Montag. Die Manager der US-Konzerne hätten ihre "starke Unterstützung" für nationale Sicherheitsbeschränkungen bekundet, teilte das Weiße Haus mit.

Das Unternehmen rechnet wegen der US-Sanktionen mit einem kräftigen Geschäftsrückgang. Der Umsatz wird nach Angaben von Firmenchef Ren Zhengfei über die nächsten zwei Jahre 30 Milliarden Dollar unter den Vorhersagen liegen. Laut Huawei sind durch die Blockade des weltweit führenden Telekomausrüsters auch Tausende Jobs bei US-Firmen bedroht.

Die Arbeit bei Futurewei ist bereits faktisch zum Stillstand gekommen, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Mitarbeiter berichtet. Das Unternehmen unterhält auch Büros in den Ballungsgebieten um Seattle, Chicago und Dallas. Es sollte ursprünglich eng mit amerikanischen Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten. Dem US-Patentamt zufolge hat Futurewei mehr als 2100 Patente eingereicht.

Huawei wehrt sich auch rechtlich gegen die US-Verbote. Das Unternehmen klagt unter anderem gegen das US-Handelsministerium wegen Telekomausrüstung, die das Unternehmen wieder aus Kalifornien in die Volksrepublik zurückbringen wollte. Laut Huawei wurde die Ladung von der US-Regierung in Alaska beschlagnahmt.

apr/Reuters

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