Trotz Spionagevorwürfen Huawei steigert Gewinn um mehr als 25 Prozent

Die US-Regierung setzt Huawei unter Druck - doch die Geschäftszahlen fallen blendend aus. Vor allem Handykäufer bescheren dem umstrittenen Telekommunikationskonzern Milliardengewinne.

Huawei-Niederlassung in Shenzhen, China
REUTERS

Huawei-Niederlassung in Shenzhen, China


Der chinesische Smartphonehersteller und Netzwerkausrüster Huawei konnte sein Geschäft 2018 trotz Spionagevorwürfen durch die US-Regierung kräftig verbessern. Der Umsatz legte dem Geschäftsbericht zufolge im vergangenen Jahr um 19,5 Prozent auf umgerechnet rund 95 Milliarden Euro zu.

Der Gewinn des Unternehmens stieg demnach im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 25 Prozent auf rund 7,8 Milliarden Euro. Einen großen Zuwachs verzeichnete Huawei im Endkundengeschäft, das auch dank starker Smartphoneverkäufe um 45,1 Prozent zulegte. Leicht rückläufig entwickelte sich dagegen die Netzwerksparte, in der das Geschäft um 1,3 Prozent schrumpfte.

In westlichen Industrienationen wird aktuell über einen Ausschluss von Huawei vom Aufbau der Netze für den 5G-Mobilfunk diskutiert. Grundlage sind Anschuldigungen vor allem aus den USA, Huawei stehe der chinesischen Regierung zu nahe und könne von Behörden des Landes zur Zusammenarbeit gezwungen werden. Die Befürchtungen dabei reichen von Spionage in den Netzen bis hin zur Sabotage. Huawei hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg fürchtet, die Sicherheit des Bündnisses könnte gefährdet werden, wenn Huawei beim 5G-Netzaufbau mitwirkt. "Einige Nato-Mitgliedstaaten, darunter die USA, sehen es mit großer Sorge, wenn Huawei die Netze von Nato-Mitgliedern aufbaut und haben sich im Rahmen der Nato auch entsprechend geäußert. Wir nehmen diese Sorgen sehr ernst", sagte Stoltenberg dem SPIEGEL.

Huaweis amtierender Vorsitzender, Guo Ping, sagte laut einer Mitteilung: "In Zukunft werden wir alles tun, um Ablenkungen von außen abzuschütteln, das Management zu verbessern und Fortschritte bei unseren strategischen Zielen zu erreichen." Der chinesische Konzern ist in mehr als 170 Ländern und Regionen aktiv und schließt etwa die Hälfte seiner Geschäfte außerhalb Chinas ab.

kko/dpa



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