Ladenschließungen Hugo Boss erwartet starken Gewinnrückgang

Maue Geschäfte, Ladenschließungen, weniger Shopping-Trips asiatischer Touristen - Hugo Boss schraubt seine Erwartungen für dieses Geschäftsjahr zurück. Die Aktie des Unternehmens legt dennoch zu.

Hugo-Boss-Laden in London
Moment Mobile/Getty Images

Hugo-Boss-Laden in London


Hugo Boss rechnet für das laufende Jahr mit einem starken Gewinnrückgang. Zusätzliche Ladenschließungen und Einbußen vor allem in den USA würden das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis im laufenden Jahr um 17 bis 23 Prozent drücken, kündigte der Modekonzern an. Das Unternehmen rechnet damit, dass der Umsatz bestenfalls stabil bleibt und im schlimmsten Fall um bis zu drei Prozent zurückgeht.

Ein weiterer Grund für die niedrigeren Erwartungen liegt in der sinkenden Zahl asiatischer Touristen, die ihre Europareise mit einem Shoppingtrip in Hugo-Boss-Läden verknüpfen. Terrorangst, die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Brexit-Votum und strengere Visa-Bestimmungen gab Hugo Boss als Gründe für die mangelnde Reiselust an. Zudem habe das Unternehmen die Preise in Asien gesenkt, wodurch die dortigen Verbraucher auch zunehmend in der Heimat einkaufen.

Bislang hatte der Konzern einen Ergebnisrückgang von mindestens zehn Prozent in Aussicht gestellt. Der Umsatz sollte den vorigen Planungen zufolge noch im niedrigen einstelligen Prozentbereich zulegen. "Um mittelfristig wieder profitabel zu wachsen, haben wir auch Entscheidungen getroffen, die zunächst einmal schmerzhaft sind", teilte Hugo-Boss-Chef Mark Langer mit. Das Marktumfeld werde auf absehbare Zeit schwierig bleiben.

Die Hugo-Boss-Aktie Chart zeigen legte am Vormittag dennoch um 1,4 Prozent zu. Die Anpassung der Prognose kam für die meisten Analysten nicht überraschend. Auch mit einem schwachen zweiten Quartal hatten sie gerechnet. So sank der Umsatz zwischen April und Ende Juni um vier Prozent auf 622 Millionen Euro und das bereinigte Ergebnis um 13 Prozent auf 108 Millionen Euro. Unter dem Strich schmolz der Konzerngewinn um 84 Prozent auf elf Millionen Euro zusammen.

Hugo Boss hatte bereits zu Jahresbeginn eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Die Firma hatte in der Vergangenheit zu schnell expandiert, was nun, da weniger Kunden kommen, ein Problem ist. In China macht der Konzern deshalb 20 Filialen dicht, noch einmal so viele Läden sollen an anderen Orten geschlossen werden.

asa/dpa/Reuters

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insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
Creedo! 05.08.2016
1.
Interessant, Hugo Boss gibt eine "Gewinnwarnung" heraus und die Aktie steigt aktuell um über 6% ... Da verstehe einer die Börsianer! Aber wahrscheinlich liegt der angekündigte Gewinnrückgang weit hinter den Erwartungen.
kumi-ori 05.08.2016
2.
Einmal einen Hugo Boss-Anzug und nie wieder! Hat damals 600 € gekostet und nach einem Jahr war schon der Hintern durch. Ich habe immer Bäumler gekauft. Gibt's leider nicht mehr.
sotomajor 05.08.2016
3. Qualität
Seit etwa 10 Jahren geht es Abwärts bei Boss. Die Qualität ist schlecht und die Ausrichtung mit "Slim Line", die kein Mann mehr tragen kann, ist lächerlich. Da wurde Mode für 16 jährige gemacht, das ging gewaltig in die Hose. Mann bekommt nicht einen vernünftigen Anzug mehr. Falls Mann den dann doch noch findet, glänzt der nach dreimal tragen wie eine Speckschwarte !
Emil Peisker 05.08.2016
4. die eigene Nase...:-)
Zitat von sotomajorSeit etwa 10 Jahren geht es Abwärts bei Boss. Die Qualität ist schlecht und die Ausrichtung mit "Slim Line", die kein Mann mehr tragen kann, ist lächerlich. Da wurde Mode für 16 jährige gemacht, das ging gewaltig in die Hose. Mann bekommt nicht einen vernünftigen Anzug mehr. Falls Mann den dann doch noch findet, glänzt der nach dreimal tragen wie eine Speckschwarte !
Mein letzter Wintermantel von Boss saß wie angegossen. Das hat mich allerdings darüber nachdenken lassen, ob ich da ein Jahr später noch reinpasse. Ich habe angefangen, täglich 3-4 km schnell zu gegen und meine Ernährung auf weniger Fleisch und mehr Gemüse und Salat umzustellen. Heute, nach 8 Monaten nachhaltigem Bewegungs-und Essverhalten und nach 8kg weniger Speck, ist das gute Stück für die nächsten Winter genau richtig. So ist es eben, wenn man nicht mehr in seine alten Größen hineinpasst, ist nicht immer der Schneider schuld. Fassen Sie sich mal an die eigene Nase...:-)
sotomajor 05.08.2016
5. die Nase ist nicht das Problem
Zitat von Emil PeiskerMein letzter Wintermantel von Boss saß wie angegossen. Das hat mich allerdings darüber nachdenken lassen, ob ich da ein Jahr später noch reinpasse. Ich habe angefangen, täglich 3-4 km schnell zu gegen und meine Ernährung auf weniger Fleisch und mehr Gemüse und Salat umzustellen. Heute, nach 8 Monaten nachhaltigem Bewegungs-und Essverhalten und nach 8kg weniger Speck, ist das gute Stück für die nächsten Winter genau richtig. So ist es eben, wenn man nicht mehr in seine alten Größen hineinpasst, ist nicht immer der Schneider schuld. Fassen Sie sich mal an die eigene Nase...:-)
Ich muss Sie entäuschen, ich habe über 30 Jahre mein Gewicht von 85-90 kg bei 1.87 m. Nehmen wir einen Gürtel von Boss, gekauft für 49.50 bei Breuninger. Den gleichen bekam ich nachgemacht in Antalya. Die Schließe vom "Qualitätsprodukt war nach genau drei Monaten Kupferfarben, die vom Fake Produkt ist immer noch gut ! Bei Anzügen gehen die Nähte auseinander und die Stoffe glänzen nach kurzer Zeit. Nach spätestens drei chemischen Reinigungen kann man sie in die Tonne kloppen. Der Modewahn bei Boss, immer enger zu schneidern, lässt erwachsene Männer aussehen wie eine Knackwurst. Das ist die Wahrheit !
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