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Nachfolger der ehemaligen Skandalbank Chefs der Hypo Real Estate stolpern über Greensill-Pleite

Die verstaatlichte Hypo Real Estate hatte 75 Millionen Euro bei der inzwischen insolventen Greensill-Bank angelegt – ein Manöver, das die beiden Chefs nun offenbar den Job kostet.
aus DER SPIEGEL 22/2021
Laufband an der Börse Frankfurt. Einst galt die Aktie der Hypo Real Estate als sichere Anlage.

Laufband an der Börse Frankfurt. Einst galt die Aktie der Hypo Real Estate als sichere Anlage.

Foto: A3602 Frank Rumpenhorst/ dpa

Die Pleite der Bremer Greensill Bank hat Folgen für die bundeseigene Hypo Real Estate Holding: Deren Chefs Wolfgang Groth und Jochen Heuchert haben die Holding, die aus der Hypo Real Estate (HRE) hervorgegangen war, vor Vertragsablauf verlassen müssen. Sie hatten für die Holding 75 Millionen Euro bei Greensill angelegt. Greensill war Geld- und Garantiegeber der gleichnamigen britischen Firma, die auf die Finanzierung von Lieferantenverbindlichkeiten spezialisiert war.

Anfang März war die Muttergesellschaft in London wegen dubioser Geschäfte zusammengebrochen, anschließend hatte die deutsche Finanzaufsicht Bafin die Bremer Tochter schließen müssen. Tausende Anleger hatten dort gegen überdurchschnittlich hohe Zinsen Geld deponiert, darunter auch die HRE Holding. Rund 20.500 Anleger wurden inzwischen mit 2,7 Milliarden Euro entschädigt, nicht aber die HRE: Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) stuft die Holding als Finanzinstitut ein, deren Depositen laut Statut nicht vom privaten Einlagenschutz erfasst sind.

Die HRE steht in einer Reihe mit Städten wie Monheim, Eschborn und Wiesbaden, die ebenfalls zweistellige Millionenbeträge bei der Greensill Bank geparkt hatten und nicht Teil der Einlagensicherung sind.

Die HRE dagegen sieht sich als Vermögensverwalter und erhebt Ansprüche. Ihr Daseinszweck ist vor allem, rechtlichen Forderungen von Gläubigern der alten HRE nachzukommen. Laut Jahresabschluss 2019 stehen ihr dafür 1,3 Milliarden Euro zur Verfügung – Geld, das konservativ breit gestreut in festverzinsliche Wertpapiere mit sehr guter Bonität sowie Termingelder, die der Einlagensicherung unterliegen, investiert sei.

Die Finanzagentur des Bundes, die die HRE verwaltet, wollte aus rechtlichen Gründen keine Details nennen, geht aber davon aus, dass die HRE gegenüber der Einlagensicherung hinsichtlich des Investments bei der Greensill Bank Anspruch auf Entschädigung hat.

Aus: DER SPIEGEL 22/2021

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