Neuausrichtung der IAA Hersteller werben für Verlegung der Automesse nach Köln

Die Internationale Automobilausstellung ist bislang mit dem Standort Frankfurt verbunden. Doch der Vertrag mit dem Messebetreiber ist ausgelaufen - und Autokonzerne bringen Köln ins Gespräch.

Ein Auto wird nach der IAA 2019 in Frankfurt verladen: Der Standort der Messe steht zur Debatte
ARMANDO BABANI/EPA-EFE/REX

Ein Auto wird nach der IAA 2019 in Frankfurt verladen: Der Standort der Messe steht zur Debatte


Von Partystimmung in der Autoindustrie war bereits auf der diesjährigen Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt nicht mehr viel zu spüren. Umbruch war das beherrschende Thema. Passend dazu denkt die Branche darüber nach, wie die Messe künftig aussehen könnte und ob sie mit einer Neuausrichtung nicht woanders stattfinden sollte.

Der IAA-Vertrag mit dem bisherigen Messestandort Frankfurt ist ausgelaufen. Die deutschen Hersteller und ihr Verband VDA denken über einen Wegzug der Messe nach.

Die Chefs der Autohersteller Ford, Toyota und e.Go - alle mit Sitz in Nordrhein-Westfalen - haben sich für Köln als neuen Standort der Automesse IAA ausgesprochen, berichtet der "Kölner Stadt-Anzeiger". "Mit der Spielemesse Gamescom hat Köln ja bereits bewiesen, dass man solche Formate stemmen kann", sagte Gunnar Herrmann, Chef von Ford Deutschland.

Auch Toyota-Deutschland-Chef Alain Uyttenhoven lobte Köln. Die Stadt "wäre definitiv ein sehr guter Standort für die Messe. Nicht nur Ford und Toyota haben hier ihren Sitz, sondern auch zahlreiche große und bedeutende Zulieferer", sagte er.

Günther Schuh, Entwickler des elektrischen Stadtautos e.Go, führte klare Standortvorteile für Köln an. Ein industrielles Umfeld sei wichtig für die Messe, sagte er. Dieses gebe es in Köln mit einer Vielzahl namhafter Firmen nicht nur aus dem Automobilbereich. Auch die innenstadtnahe Lage des Kölner Messegeländes sei ein starker Pluspunkt.

Neben Köln werden auch Berlin gute Chancen eingeräumt, im Rahmen einer Neuausrichtung der Branchenschau den Standortzuschlag zu bekommen. Diskutiert wird auch ein neues Messekonzept mit wechselnden Veranstaltungsorten. Der VDA strebt bis Ende dieses Jahres eine Standortentscheidung an.

Die IAA war in diesem Jahr nicht nur von den Neuvorstellungen der Hersteller, sondern auch von Protesten von Klimaaktivistengeprägt. Zugleich war die Zahl der Aussteller von knapp Tausend im Jahr 2017 auf gut 800 in diesem Jahr gesunken.

Auch die Besucherzahlen auf der Frankfurter Automesse IAA waren rückläufig. Laut dem Verband der Automobilindustrie (VDA) kamen in diesem Jahr gut 560.000 Besucher. Bei der letzten Auflage der Automobil-Ausstellung vor zwei Jahren waren es noch 810.000 Besucher gewesen, die IAA Pkw 2015 hatte sogar noch 932.000 Menschen in die Frankfurter Messehallen gelockt.

mmq/dpa

insgesamt 50 Beiträge
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Southwest69 16.11.2019
1. Kölner Chaos...
Eine Messe die ihren Namen verdient gehört nach Düsseldorf und nicht nach Köln. Die Düsseldorfer sind professioneller, die Infrastruktur ist besser und die Stadt ist wesentlich schöner.
briotter 16.11.2019
2. Frischer Wind
und mal ordentlich durchlüften! Besser wäre es mal den eigenen Mief zu verlassen. Jetzt bietet sich dazu eine gute Gelegenheit damit nach Berlin zu gehen.
annie.one 16.11.2019
3. Gut fürs Rhein-Main Gebiet
Wenn dieser Dampfmaschinenzirkus endlich verschwindet. Dubai statt Köln wäre allerdings passender.
kenterziege 16.11.2019
4. Berlin wäre die schlechteste aller Entscheidungen
Nach Operations-Research der ersten Lektion ist Berlin der schlechteste Standort, weil die Anfahrwege für Aussteller und Zulieferer dort ihr Entfernungsmaximum haben. Insofern war Frankfurt nicht schlecht. Köln und Düsseldorf gehen auch. Außerdem ist Berlin ein autounfreundliches Umfeld ohne funktionierenden Flughafen. Schon die Hauptstadtentscheidung war knapp und dürften inzwischen viele bereut haben!
chrismuc2011 16.11.2019
5.
Ich denke auch, dass Düsseldorf besser wäre. Berlin ist geeignet für eine Messe für veganes Essen, alternatives Leben und eine Fahrradmesse passt auch dorthin, aber sicher keine Automesse, dazu ist das Umfeld zu negativ eingestellt.
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