Proteste von Klimaschützern Demonstranten blockieren Eingänge zur IAA

"Die Straße ist besetzt - Verkehrswende jetzt": Am zweiten Publikumstag der IAA gibt es wieder Proteste von Klimaschützern. Sie kritisieren, dass die Branche zu lange auf Verbrennungsmotoren und SUV gesetzt habe.

Wolfgang Rattay/ Reuters

Mehrere Hundert Demonstranten haben am Morgen zwei Eingänge zur Automesse IAA in Frankfurt blockiert. An beiden Orten sei Besuchern der Zugang zur Messe versperrt worden, teilte das Klima-Bündnis "Sand im Getriebe"mit. Ein IAA-Sprecher bestätigte die Störungen. "Es ist alles friedlich, die Besucherströme werden umgeleitet", sagte er.

In weißen Anzügen hielten die Protestierenden Plakate mit Forderungen wie "Autokonzerne entmachten" und "Die Straße ist besetzt - Verkehrswende jetzt" in die Höhe. Ziel sei es, "den Ablauf der IAA mit friedlichen Blockaden zu stören", hieß es von den Klimaschützern. "Wir setzen damit ein deutliches Zeichen gegen das zerstörerische Verkehrssystem, für das die weltgrößte Automesse nach wie vor steht."

Schon am Samstag hatten Tausende Menschen vor der IAA für eine Wende zu klimafreundlichem Straßenverkehr demonstriert. An einer Fahrrad-Sternfahrt und einer Großdemonstration gegen die Internationale Automobilmesse beteiligten sich nach Angaben der Polizei rund 15.000 Menschen. Die Veranstalter, ein Bündnis von mehreren Umweltverbänden, schätzte die Zahl auf 25.000, davon hätten sich rund 18.000 mit dem Rad auf den Weg gemacht.

Die Demonstranten werfen der Autoindustrie vor, zu lange auf klimaschädliche Verbrennungsmotoren und SUV gesetzt zu haben, um Umsatz zu machen. Sie setzen sich für ein sofortiges Ende von Verbrennungsmotoren, eine Abkehr von spritschluckenden SUV und einen Umstieg auf kleine sparsame Elektroautos ein.

Die Kritik richtete sich auch an die Politik. Gefordert wurde Vorrang für den Fuß- und Radverkehr, ein starker Ausbau von Bus und Bahn sowie ein klimaneutraler Verkehr bis 2035. Am 20. September will das Klimakabinett der Bundesregierung sein Maßnahmenpaket vorlegen.

Die IAA öffnete ihre Tore am Samstag für das breite Publikum. Sie endet kommende Woche Sonntag. Am ersten Publikumstag kamen nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) rund 60.000 Besucher. Die Messe leidet unter Ausstellerschwund.

Der Veranstalter VDA, in dem die Autobauer und Zulieferer in Deutschland zusammengeschlossen sind, will daher das Konzept überdenken. Ein Weggang der Autoschau aus Frankfurt ist dabei nicht ausgeschlossen. VDA-Präsident Bernhard Mattes hatte nach internen Querelen noch am Eröffnungstag in dieser Woche seinen Rücktritt erklärt.

bbr/Reuters/dpa

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Spiegelleserin57 15.09.2019
1. Herr vergibt ihnen...
mir scheint es geht hier ausschließlich um Protest, mehr nicht! Das alles wird sich ändern wenn die Autoindustrie ins Ausland abwandert und "verbrannte" Erde hinterlässt. Erst dann werden die paar Demonstranten begreifen dass man auch Geld zum Leben braucht und zur Arbeit pünktlich kommen muss, wenn man dann überhaupt noch welche hat.
KR-Spiegel 15.09.2019
2. Ohne 'Frankfurt21' geht da nichts
Frankfurt hat einen überlasteten ÖNV, da bleibt das Autos unverzichtbar. Demnächst kommt eine Machbarkeitsstudie "Fernbahntunnel Frankfurt am Main", womit vielleicht 2075 der Tunnel einsatzfähig ist. Bis dahin dieselt man eben weiter am Main - lach.
sholsth 15.09.2019
3. Recht haben Sie.
22% SUV an den Neuzulassungen und keine Co2-Absenkung seit 1990. Schuld hat am Ende aber auch die Politik, die einfach versäumt hat hohe Steuern für SUV einzuführen, wie es viele andere Länder gemacht haben (Norwegen 53.000 Luxussteuer auf SUV!). Schlimm ist bei uns nur, dass die Haftung nicht funktioniert, dass die Hersteller für ihre giftigen Diesel nicht haften müssen und den Bürger wie die Poltik erfolgreich an der Nase herum führen. Im KBA hat man offenischtlich die Hosen getrichen voll, sobald ein Hersteller das Wort "Arbeitsplätze" ind en Mund nimmt. Da wird jeder Umweltbelastung sofort in Kauf genommen. Absurd!
Spiegelleserin57 15.09.2019
4.
Ist die Autobranche etwa doch zukunftsfähig? Laut einer Studie trägt sie zumindest einen Großteil zu den deutschen Patentanmeldungen bei. Das ist doch in allen anderen Bereichen, auch im privaten genauso: wer fährt denn langsam wenn er keinen Knollen zu befürchten hat und wenn er einen bekommt wandert man dann erst mal zum Anwalt und protestiert, das macht Audi auch nicht anders. Man lernt eben vom Kunden.
skeptikerin007 15.09.2019
5. Sie sind....
Zitat von sholsth22% SUV an den Neuzulassungen und keine Co2-Absenkung seit 1990. Schuld hat am Ende aber auch die Politik, die einfach versäumt hat hohe Steuern für SUV einzuführen, wie es viele andere Länder gemacht haben (Norwegen 53.000 Luxussteuer auf SUV!). Schlimm ist bei uns nur, dass die Haftung nicht funktioniert, dass die Hersteller für ihre giftigen Diesel nicht haften müssen und den Bürger wie die Poltik erfolgreich an der Nase herum führen. Im KBA hat man offenischtlich die Hosen getrichen voll, sobald ein Hersteller das Wort "Arbeitsplätze" ind en Mund nimmt. Da wird jeder Umweltbelastung sofort in Kauf genommen. Absurd!
.....bestimmt nicht Industriearbeiter. Alle leben (und gut) aus der deutschen Industrie. Aber bei denen kommt Strom aus der Dose und Gehalt, wenn sie überhaupt noch arbeiten, aus dem Schweiß der von Ihnen so missachteten Arbeitern. Ohne diese Arbeitsplätze wer wird die Masse der nichtproduktiven Angestellten, aber auch Schulen, Kliniken , Verkehr usw. usw. bezahlen? Die Elektroautos werden genauso Rohrkrepierer, wie die Energiewende sein. Wenn jemand mit Norwegen kommt, dann hat anscheinend keine Ahnung. Da sind Rohstoffe, billiger Strom und Gehälter, die den Luxus erlauben. Sonst wären unsere dorthin ausgewanderten Verwandten längst nach Paradies Deutschland zurückkehren.
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