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Proteste von Klimaschützern Demonstranten blockieren Eingänge zur IAA

"Die Straße ist besetzt - Verkehrswende jetzt": Am zweiten Publikumstag der IAA gibt es wieder Proteste von Klimaschützern. Sie kritisieren, dass die Branche zu lange auf Verbrennungsmotoren und SUV gesetzt habe.

Mehrere Hundert Demonstranten haben am Morgen zwei Eingänge zur Automesse IAA in Frankfurt blockiert. An beiden Orten sei Besuchern der Zugang zur Messe versperrt worden, teilte das Klima-Bündnis "Sand im Getriebe"mit. Ein IAA-Sprecher bestätigte die Störungen. "Es ist alles friedlich, die Besucherströme werden umgeleitet", sagte er.

In weißen Anzügen hielten die Protestierenden Plakate mit Forderungen wie "Autokonzerne entmachten" und "Die Straße ist besetzt - Verkehrswende jetzt" in die Höhe. Ziel sei es, "den Ablauf der IAA mit friedlichen Blockaden zu stören", hieß es von den Klimaschützern. "Wir setzen damit ein deutliches Zeichen gegen das zerstörerische Verkehrssystem, für das die weltgrößte Automesse nach wie vor steht."

Schon am Samstag hatten Tausende Menschen vor der IAA für eine Wende zu klimafreundlichem Straßenverkehr demonstriert. An einer Fahrrad-Sternfahrt und einer Großdemonstration gegen die Internationale Automobilmesse beteiligten sich nach Angaben der Polizei rund 15.000 Menschen. Die Veranstalter, ein Bündnis von mehreren Umweltverbänden, schätzte die Zahl auf 25.000, davon hätten sich rund 18.000 mit dem Rad auf den Weg gemacht.

Die Demonstranten werfen der Autoindustrie vor, zu lange auf klimaschädliche Verbrennungsmotoren und SUV gesetzt zu haben, um Umsatz zu machen. Sie setzen sich für ein sofortiges Ende von Verbrennungsmotoren, eine Abkehr von spritschluckenden SUV und einen Umstieg auf kleine sparsame Elektroautos ein.

Die Kritik richtete sich auch an die Politik. Gefordert wurde Vorrang für den Fuß- und Radverkehr, ein starker Ausbau von Bus und Bahn sowie ein klimaneutraler Verkehr bis 2035. Am 20. September will das Klimakabinett der Bundesregierung sein Maßnahmenpaket vorlegen.

Die IAA öffnete ihre Tore am Samstag für das breite Publikum. Sie endet kommende Woche Sonntag. Am ersten Publikumstag kamen nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) rund 60.000 Besucher. Die Messe leidet unter Ausstellerschwund.

Der Veranstalter VDA, in dem die Autobauer und Zulieferer in Deutschland zusammengeschlossen sind, will daher das Konzept überdenken. Ein Weggang der Autoschau aus Frankfurt ist dabei nicht ausgeschlossen. VDA-Präsident Bernhard Mattes hatte nach internen Querelen noch am Eröffnungstag in dieser Woche seinen Rücktritt erklärt.

bbr/Reuters/dpa
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