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13. Dezember 2017, 10:10 Uhr

ICE-Strecke Berlin-München

Weselsky kritisiert mangelnden Probebetrieb

Zugausfälle und Verspätungen: Auf der neuen Bahnstrecke Berlin-München läuft es nicht rund. Der Chef der Lokführergewerkschaft, Claus Weselsky, macht dafür auch den fehlenden Probebetrieb verantwortlich.

Nach dem holprigen Start der ICE-Neubaustrecke Berlin-München hat die Lokführergewerkschaft GDL der Bahn eine mangelhafte Vorbereitung des Betriebsstarts vorgeworfen. "Unsere Lokführer tun ihr Bestes. Es hat aber keinen Probebetrieb für sie gegeben", sagte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Sie fahren nur mithilfe der Instrukteure, die einen solchen Probebetrieb gefahren sind."

Hinzu kämen bei der ICE-Baureihe der ersten Generation weitere Probleme wie Ausfälle beim Display im Führerstand. "Dann müssen die Züge angehalten werden. Auf die Klärung der genauen Gründe der Pannen warten wir noch", sagte Weselsky.

Die neue milliardenteure Schnellverbindung zwischen Berlin und München war am Sonntag regulär in Betrieb gegangen. Fahrplanmäßig sollen die Züge dort nun vier bis viereinhalb Stunden für die Strecke brauchen statt bisher sechs. Doch in den ersten Tagen kam es zu mehreren Pannen. Neben einigen Verspätungen war am Montag und Dienstag auch je ein Zug ganz ausgefallen.

Die Bahn wies Weselskys Vorwürfe zurück. "Unsere Lokführer sind geschult worden, unter anderem durch Unterlagen zur Streckenkunde und Schulungsprogramme auf den Tablets", sagte ein Unternehmenssprecher. Auch seien die technischen Anfangsprobleme analysiert und in Hunderten von Testfahrten vor Inbetriebnahme der Strecke weitestgehend abgestellt worden.

stk/dpa

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