ICE-Strecke Berlin-München Weselsky kritisiert mangelnden Probebetrieb

Zugausfälle und Verspätungen: Auf der neuen Bahnstrecke Berlin-München läuft es nicht rund. Der Chef der Lokführergewerkschaft, Claus Weselsky, macht dafür auch den fehlenden Probebetrieb verantwortlich.

Claus Weselsky, Vorsitzender der Lokführergewerkschaft GDL
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Claus Weselsky, Vorsitzender der Lokführergewerkschaft GDL


Nach dem holprigen Start der ICE-Neubaustrecke Berlin-München hat die Lokführergewerkschaft GDL der Bahn eine mangelhafte Vorbereitung des Betriebsstarts vorgeworfen. "Unsere Lokführer tun ihr Bestes. Es hat aber keinen Probebetrieb für sie gegeben", sagte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Sie fahren nur mithilfe der Instrukteure, die einen solchen Probebetrieb gefahren sind."

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ICE-Neubaustrecke: In vier Stunden von München nach Berlin

Hinzu kämen bei der ICE-Baureihe der ersten Generation weitere Probleme wie Ausfälle beim Display im Führerstand. "Dann müssen die Züge angehalten werden. Auf die Klärung der genauen Gründe der Pannen warten wir noch", sagte Weselsky.

Die neue milliardenteure Schnellverbindung zwischen Berlin und München war am Sonntag regulär in Betrieb gegangen. Fahrplanmäßig sollen die Züge dort nun vier bis viereinhalb Stunden für die Strecke brauchen statt bisher sechs. Doch in den ersten Tagen kam es zu mehreren Pannen. Neben einigen Verspätungen war am Montag und Dienstag auch je ein Zug ganz ausgefallen.

Deutsche Bahn

Die Bahn wies Weselskys Vorwürfe zurück. "Unsere Lokführer sind geschult worden, unter anderem durch Unterlagen zur Streckenkunde und Schulungsprogramme auf den Tablets", sagte ein Unternehmenssprecher. Auch seien die technischen Anfangsprobleme analysiert und in Hunderten von Testfahrten vor Inbetriebnahme der Strecke weitestgehend abgestellt worden.

stk/dpa

insgesamt 40 Beiträge
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günterjoachim 13.12.2017
1. Nonsense...
Ganz egal was die Verantwortlichen verzapfen: Die Vielzahl von Problemen zeigt, dass ganz offensichtlich nicht ausreichend getestet worden ist.
!!!Fovea!!! 13.12.2017
2. Hr. W.
dann sollten Sie sofort einen Streik ankündigen! Das können die Bahnmitarbeiter bestens, auch wenn sonst nichts funktioniert.
pr8kerl 13.12.2017
3. Ausgerechnet Weselsky.......
..... der Mann, der Deutschland wochenlang lahmgelegt hat mit seiner Einzelgewerkschaft, ausgerechnet er beklagt, dass sich die Bahn ohne Probebetrieb lahmlegt. Und sobald die Bahn wieder planmäßig fährt legt wieder er die Bahn wieder mit seiner GdE lahm? Ich denke mal, Millionen Deutsche sehen Weselsky auf der Imageleiter ganz unten, noch eine Stufe unter den Bahnchefs.
massayo 13.12.2017
4. Schon Konfuzius wusste...
"Erzähle mir und ich vergesse. Zeige mir und ich erinnere mich. Lass es mich tun und ich verstehe." Dass solche theoretischen Schulungen in der Praxis selten 1:1 umsetzbar sind, ist nun wirklich kein Geheimnis.
Humboldt 13.12.2017
5. Irreführende unverschämte Informationspolitik der Bahn
"Die Bahn wies Weselskys Vorwürfe zurück. "Unsere Lokführer sind geschult worden, unter anderem durch Unterlagen zur Streckenkunde und Schulungsprogramme auf den Tablets", sagte ein Unternehmenssprecher." Das ist interessant. Hatte es doch bis zur Kritik von Weselsky von Seiten der Bahn irreführend geheißen, es hätte einen ausreichenden Probebetrieb in diesem Jahr gegeben, was man natürlich als realen Probebetrieb mit einer intensiven Personalschulung interpretiert hat. Jetzt hatten dei Lokführer nur Probebetrieb auf dem Tablet und Schulungsunteaalgen. Das ist doch wohl ein Witz und eine unverschämte irreführende Informationspolitik der Bahn.
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