Ifo-Index Deutsche Firmen rechnen mit ungemütlichem Herbst

Ein Impfstoff gegen die Corona-Pandemie scheint greifbar, der aktuelle Shutdown belastet dennoch das Geschäftsklima in Deutschland. Der Ifo-Index ist im November erneut gefallen.
Schweißer in Sachsen-Anhalt (Archiv): In dieser Branche stiegen die Auftragseingänge

Schweißer in Sachsen-Anhalt (Archiv): In dieser Branche stiegen die Auftragseingänge

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / DPA

Durch den zweiten Shutdown steigt die Unsicherheit in deutschen Unternehmen. Entsprechend hat sich das Geschäftsklima zum zweiten Mal in Folge verschlechtert – trotz der Aussicht auf rasche Impfungen gegen das Coronavirus. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel im November auf 90,7 Punkte von 92,5 Zählern im Vormonat, wie das Münchner Institut mitteilte.

»Die zweite Corona-Welle hat die Erholung der deutschen Wirtschaft unterbrochen«, sagt Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Manager beurteilten den Ausblick für ihre Geschäfte deutlich pessimistischer und ihre Lage etwas schlechter als zuletzt.

Die deutsche Wirtschaft hatte sich nach dem Corona-Knick im Frühjahr zuletzt wieder gefangen und war im dritten Quartal um 8,5 Prozent gewachsen. Nun droht der Konjunktur durch die absehbare Verlängerung des Shutdowns in den Dezember hinein ein neuer Rückschlag. »Für die deutsche Wirtschaft wird der Herbst ungemütlich«, sagt Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. »Wir vermuten, dass das Bruttoinlandsprodukt im laufenden vierten Quartal leicht negativ sein wird.«

Nicht alle Branchen sind allerdings gleich stark betroffen:

  • Während sich das Geschäftsklima im Handel und bei Dienstleistungen merklich verschlechterte, verbesserte sich die Stimmung in der Industrie. Die Auftragseingänge dort stiegen, wenn auch langsamer als im Vormonat.

  • Bei den Konsumgüterherstellern läuft es laut Ifo-Institut sogar »richtig gut«. Bei großen Investitionen hielten sich Unternehmen indes noch zurück.

  • Im Dienstleistungsbereich brach vor allem bei Hoteliers und Gastwirten die Stimmung ein, auch Einzelhändler berichteten von deutlich weniger gut laufenden Geschäften.

  • Baufirmen bewerteten ihre aktuelle Lage indes etwas besser als im Vormonat.

apr/Reuters
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