Ifo-Index Deutsche Firmenchefs in Höchststimmung

Die Stimmung unter den Führungskräften der deutschen Unternehmen ist im Juni auf einen Rekordwert gestiegen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte unerwartet von 114,6 auf 115,1 Punkte.
Großbaustelle (in München)

Großbaustelle (in München)

Foto: Alexander Heinl/ dpa

In den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft ist die Stimmung so gut wie nie: Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Juni von 114,6 Punkte auf den Rekordwert von 115,1 Punkte gestiegen, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag mitteilte. "Damit wurde der Rekordwert vom Vormonat überboten", hieß es.

Ökonomen hatten zuvor mit einem leichten Rückgang des Index auf 114,4 Zähler gerechnet. "In den deutschen Chefetagen herrscht Hochstimmung", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. "Die deutsche Wirtschaft setzt ihren Höhenflug fort." Die Führungskräfte beurteilten sowohl die Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate besser.

Bauboom, konsumfreudige Verbraucher und die von der robusteren Weltkonjunktur profitierenden Exporteure schieben derzeit Europas größte Volkswirtschaft an. Viele Institute hoben deshalb ihre Konjunkturprognose an.

Die Ifo-Forscher korrigierten ihre Wachstumsschätzung für 2017 von 1,5 auf 1,8 Prozent und für 2018 von 1,8 auf 2 Prozent, ähnlich wie das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW), das von 1,7 und 2 Prozent ausgeht. Die Bundesregierung erwartet ein leicht geringeres Wachstum von 1,5 Prozent in diesem und 1,6 Prozent im kommenden Jahr.

Der Ifo-Index gilt als der wichtigste Frühindikator der deutschen Wirtschaft. Er wird monatlich durch die Befragung von rund 7000 Unternehmen aus Industrie, Einzel- und Großhandel sowie aus der Bauwirtschaft ermittelt. In der Vergangenheit ließ sich die künftige Entwicklung der deutschen Wirtschaft mit dem Index relativ zuverlässig prognostizieren.

Von kleineren Dellen abgesehen, steigt der Ifo-Index seit fast drei Jahren immer weiter, einen der niedrigsten Werte erreichte der Indikator mit 83,5 Punkten im März 2009.

nck/Reuters
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