Wirtschaft im Abschwung Ifo-Index fällt unerwartet stark

Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich deutlich verschlechtert. Der Ifo-Index ist im Januar stark gesunken. Der Chef des Instituts konstatiert: "Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem Abschwung."

Golf-Montage bei Volkswagen
DPA

Golf-Montage bei Volkswagen


Die deutsche Wirtschaft startet mit Gegenwind ins neue Jahr. Der Ifo-Index sank im Januar auf den niedrigsten Wert seit fast drei Jahren. Das Konjunkturbarometer sank auf 99,1 Punkte von zuvor 101,0 Zählern, wie das Münchner Ifo-Institut mitteilte. Das ist bereits der fünfte Rückgang in Folge. "Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem Abschwung", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Die Führungskräfte beurteilten ihre Geschäftslage schlechter, ebenso die Aussichten für die kommenden sechs Monate. Das ifo-Institut befragt monatlich rund 9000 Manager. In allen großen Branchen trübte sich die Stimmung ein - im Handel ebenso wie bei den Dienstleistern, in der Bauwirtschaft und in der Industrie. "In allen wichtigen Industriezweigen, außer der chemischen Industrie, verschlechterte sich das Geschäftsklima", sagte Fuest.

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Das Institut hat kürzlich seine Konjunkturprognosen für Deutschland kräftig gesenkt. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte demnach 2019 nur noch um 1,1 Prozent zulegen. Auch die Bundesregierung rechnet inzwischen mit einer deutlichen Wachstumsdelle. Nach Informationen des SPIEGEL geht sie für 2019 nur noch von einem Wachstum von 1,0 Prozent aus.

Die Probleme der Autoindustrie mit dem neuen Abgastest WLTP sowie Unsicherheiten wie der Brexit und die US-Handelspolitik drücken derzeit die Stimmung. Analysten sehen vor allem die schleppende Nachfrage aus dem Ausland als Wachstumshemmer. "In China läuft es nicht rund, was die exportstarke deutsche Wirtschaft besonders deutlich zu spüren bekommt. Die jahrelange Fokussierung der deutschen Industrie auf China rächt sich im Moment", sagte Thomas Gitzel von der VP Bank. "Der private Konsum und die Investitionen halten die Wachstumsraten über Wasser."

mmq/Reuters/dpa



insgesamt 17 Beiträge
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hajueberlin 25.01.2019
1. SoSo
Zitat:"Das ifo-Institut befragt monatlich rund 9000 Manager." Wer sagt denn, dass die Manager ehrlich antworten? Vielleicht passt es ihnen in den Kram, dass so einige Krisen auf der Welt sind. Vielleicht wollen sie die Löhne drücken, damit ihre Boni höher ausfallen. Mittlerweile ist ja hinreichend bekannt, wie Manager ticken. Ich weiß, dann man nie alle über einen Kamm scheren kann. Aber prinzipiell sind Manager Angestellte, die sich wie Eigentümer aufführen und eigentlich nur an sich denken. Das seit Jahren dringend Fachkräfte gesucht werden, sollte ein Zeichen sein, dass genug Aufträge in den Büchern stehen. Wenn die jetzt jammern, dass nicht mehr mehr Anfragen kommen, als ausgeführt werden können, heißt es nicht, dass unsere Wirtschaft zusammenbricht. Es sei denn, die Auto-"Manager" haben noch Einiges in Petto. hajue
Schartin Mulz 25.01.2019
2. Es ist ja völlig normal,
dass eine Hochkonjunktur nicht für alle Ewigkeiten anhält. Jetzt haben wir immerhin noch den Vorteil, dass wir für den beginnenden Abschwung gleich ein par Sündenböcke wie Trump und Brexit zur Hand haben.
teijin 25.01.2019
3. Immer noch glauben viele die Mär von den
Zitat von hajueberlinZitat:"Das ifo-Institut befragt monatlich rund 9000 Manager." Wer sagt denn, dass die Manager ehrlich antworten? Vielleicht passt es ihnen in den Kram, dass so einige Krisen auf der Welt sind. Vielleicht wollen sie die Löhne drücken, damit ihre Boni höher ausfallen. Mittlerweile ist ja hinreichend bekannt, wie Manager ticken. Ich weiß, dann man nie alle über einen Kamm scheren kann. Aber prinzipiell sind Manager Angestellte, die sich wie Eigentümer aufführen und eigentlich nur an sich denken. Das seit Jahren dringend Fachkräfte gesucht werden, sollte ein Zeichen sein, dass genug Aufträge in den Büchern stehen. Wenn die jetzt jammern, dass nicht mehr mehr Anfragen kommen, als ausgeführt werden können, heißt es nicht, dass unsere Wirtschaft zusammenbricht. Es sei denn, die Auto-"Manager" haben noch Einiges in Petto. hajue
fehlenden Fachkräften. Nach dem kapitalistischen Prinzip, das sich der Preis aus der Relation von Angebot und Nachfrage ergibt, sollten die Löhne für die händeringend gesuchten Facharbeiter durch die Decke schießen. Davon merkt die angeblich gesuchte Kranken- oder Altenpflegerin aber nichts. Was ist an der Wirtschaftstheorie falsch?
hajueberlin 25.01.2019
4. Hallo,
Zitat von teijinfehlenden Fachkräften. Nach dem kapitalistischen Prinzip, das sich der Preis aus der Relation von Angebot und Nachfrage ergibt, sollten die Löhne für die händeringend gesuchten Facharbeiter durch die Decke schießen. Davon merkt die angeblich gesuchte Kranken- oder Altenpflegerin aber nichts. Was ist an der Wirtschaftstheorie falsch?
ich habe mangelhaft formuliert. Mein Verweis auf den Fachkräftemangel bezog sich ausschließlich auf die Industrie. Pardon. hajue
bayerns_bester 25.01.2019
5.
Zitat von hajueberlinich habe mangelhaft formuliert. Mein Verweis auf den Fachkräftemangel bezog sich ausschließlich auf die Industrie. Pardon. hajue
Auch da wäre ich mir nicht so sicher. Gesucht werden hochqualifizierte Fachkräfte unter 30 Jahren mit mindestens 5 Jahren Berufserfahrung, bereit zu Überstunden, flexibel in zeitlicher und örtlicher Hinsicht und bereit, knapp über dem Mindestlohn zu arbeiten. Das ist jetzt bewusst übertrieben, aber so groß kann die Not der Unternehmen nicht sein, wenn Bewerbungen von Bewerbern, die bereits altersmäßig über 40 sind, oftmals von vornherein gar nicht erst in die Vorstellungsrunde aufgenommen werden und es Arbeitgeber bei Bewerbern oftmals nicht mal mehr für nötig befinden, den Eingang der Bewerbung zu bestätigen oder eine kurze Absage zu verfassen. Habe ich aus nächster Nähe bei einem Freund von mir miterleben dürfen (knapp über 45), der trotz entsprechender Ausbildung monatelang erfolglos suchte.
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