Ifo-Index sinkt Unternehmen verlieren Optimismus

Nach einem kurzen Zwischenhoch hat sich die Stimmung in den deutschen Firmen wieder verschlechtert. Der Ifo-Index ist im April gesunken. "Die deutsche Wirtschaft verliert weiter an Kraft", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.
Mitarbeiter bei Heidelberger Druckmaschinen AG

Mitarbeiter bei Heidelberger Druckmaschinen AG

Foto: Uwe Anspach / DPA

Es war doch nicht die erhoffte Trendwende: Nach einem Anstieg im März ist der Ifo-Index im April wieder gesunken. Das Ifo-Geschäftsklima fiel um 0,5 Punkte auf 99,2 Zähler, teilte das Münchner Forschungsinstitut mit. Analysten hatten mit einem Anstieg gerechnet. "Der leichte Optimismus vom März mit Blick auf die kommenden Monate ist wieder verflogen", deutete Ifo-Präsident Clemens Fuest das Ergebnis.

Die Führungskräfte beurteilten ihre Geschäftslage schlechter, ebenso die Aussichten für die kommenden sechs Monate. "Die deutsche Wirtschaft verliert weiter an Kraft", sagte Fuest. Im Februar hatte der Ifo-Index mit 98,7 Punkten den tiefsten Stand seit mehr als drei Jahren erreicht. Im März war er dann erstmals seit einem halben Jahr gestiegen.

Bei der Umfrage im April zeigte sich, dass die Entwicklung in den einzelnen großen Branchen unterschiedlich verlief. So hellte sich die Stimmung bei den Dienstleistern und im Baugewerbe auf, während sie sich im Handel "etwas" und in der exportabhängigen Industrie "merklich" eintrübte.

Das Ifo-Geschäftsklima gilt als wichtigstes Stimmungsbarometer für die deutsche Wirtschaft. Es ergibt sich aus der Befragung von etwa 9000 Unternehmen. Der Indikator wird als gute Schätzgröße für das künftige Wirtschaftswachstum angesehen.

Der deutschen Wirtschaft droht 2019 ein maues Jahr. Die schwächelnde Weltkonjunktur, Unsicherheiten wie der Brexit und Handelskonflikte belasten die Geschäfte. Die Bundesregierung rechnet deshalb nur noch mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 0,5 Prozent. 2018 hatte es zu 1,4 Prozent gereicht.

Die politischen Risiken lasteten weiter auf der Stimmung, sagte der Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, Alexander Krüger. "Ein gesamtwirtschaftliches Rezessionssignal sendet das Geschäftsklima aber nicht." Der Ökonom Klaus Borger von der Förderbank KfW sieht die Binnenwirtschaft als Garant, dass das Wachstum nicht ganz zum Stillstand kommt. "Kurz: Abschwung ja, Rezession nein", fasste er die Lage zusammen.

mmq/Reuters/dpa-AFX
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