Ifo-Umfrage Autohersteller werden pessimistischer

Die gewerblichen Neuzulassungen brechen ein, viele Hersteller wollen ihre Produktion drosseln: Die deutschen Autohersteller schauen laut Ifo-Umfrage besorgter in die Zukunft als noch zuletzt.
Autoproduktion bei Daimler in Sindelfingen: Zwischenhoch vorbei

Autoproduktion bei Daimler in Sindelfingen: Zwischenhoch vorbei

Foto: Marijan Murat / dpa

Die Stimmung in der deutschen Autobranche hat sich mit Blick auf die kommenden Monate verschlechtert. Die Geschäftserwartungen fielen, wie eine Konjunkturumfrage des Münchner Ifo-Instituts zeigt – von plus 16,3 Punkten im Oktober auf minus 4,0 Punkte.

Ihre aktuelle Geschäftslage bewerteten die Produzenten und Zulieferer demnach jedoch besser. Dieser Indikator stieg auf plus 7,2 Punkte, nach minus 2,0 Punkten im Oktober. »Im Moment läuft es noch, aber der Blick in die Zukunft macht die Firmen gegenwärtig nicht glücklich«, sagt der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe.

»Im Oktober haben wir einen Einbruch bei den gewerblichen Neuzulassungen gesehen. Das wird sich wahrscheinlich fortsetzen, aufgrund der großen Unsicherheit bei den Unternehmen«, ergänzt Oliver Falck, Leiter des Ifo Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien.

Aufträge nur schleppend

Die Unternehmen gaben an, ihre Produktion deutlich drosseln zu wollen. Der Indikator sank von plus 38,6 Punkten auf minus 0,5 Punkte. Die Exporterwartungen fielen deutlich von plus 19,0 Punkten im Oktober auf minus 5,0 Punkte. Dabei hatte das wieder kräftig angezogene Chinageschäft zahlreichen Herstellern zuletzt zu überraschend guten Zahlen verholfen, BMW, VW und Daimler meldeten jüngst wieder Gewinne.

Laut Ifo konnte der Auftragsbestand insgesamt zuletzt aber nicht mehr so stark zulegen wie bisher. Der entsprechende Indikator sank deutlich auf 6,2 Punkte, nach 29,3 im Oktober. Der Bestand im Fertigwarenlager ist allerdings weiterhin geringer als saisonüblich. Der Indikator stieg nur leicht auf minus 4,9 Punkte.

Die Mehrheit der Unternehmen plant angesichts dieser Entwicklung weiterhin, die Zahl ihrer Mitarbeiter zu verringern. Der Indikator stieg nur leicht auf minus 34,6 Punkte.

Um die angeschlagene Branche zu stützen und ihr eine Brücke beim Wandel hin zu regenerativen Antrieben zu verschaffen, arbeitet die Bundesregierung aktuell an weiteren Milliardenhilfen für die Autoindustrie.

apr
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