Konjunkturprognose Ifo-Institut rechnet mit kräftigem Wachstum

Wirtschaftsforscher sagen Deutschland für das kommende Jahr ein deutliches Wachstum voraus. Um 1,9 Prozent wird die Konjunktur laut Ifo-Institut zulegen - das wäre fünfmal so viel wie 2013.

Container im Hamburger Hafen: "Konjunkturlokomotive kommt unter Dampf"
DPA

Container im Hamburger Hafen: "Konjunkturlokomotive kommt unter Dampf"


München - Die Forscher sprechen von einem "Geschenk vom Weihnachtsmann" und "prächtigen Aussichten": Das Münchner Ifo-Institut prognostiziert für das kommende Jahr einen Konjunkturaufschwung in Deutschland von 1,9 Prozent. Damit würde die Wirtschaft fast fünfmal so stark wachsen wie noch im laufenden Jahr. 2013 legte das Bruttoinlandsprodukt um 0,4 Prozent zu. "Die deutsche Konjunkturlokomotive kommt unter Dampf", erklärten die Experten um Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Grund für den deutlichen Anstieg sei, dass die Verunsicherung bei den Firmen nachlasse und zudem die Aussichten auf steigende Einkommen gut seien. So werde vor allem die Inlandsnachfrage angekurbelt. Das Institut hält seine Erwartungen im Gegensatz zu anderen Wirtschaftsforschern stabil. Unter den großen EU-Ländern habe Deutschland "wieder mal das stärkste Wirtschaftswachstum seit dem Ausbruch der Finanzkrise", hieß es.

Auch das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigt sich optimistischer als zuletzt. Die ZEW-Konjunkturerwartungen stiegen im Dezember auf 62 Zähler - das ist der höchste Stand seit April 2006. Im Vergleich zum Vormonat ist es ein Zugewinn von 7,4 Prozent. Damit wurden die Markterwartungen klar übertroffen. Dem kommenden Jahr sehen die Finanzmarktexperten mit Optimismus entgegen, sagte ZEW-Präsident Clemens Fuest. Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone stiegen ebenfalls um 8,1 Punkte auf 68,3 Zähler.

Gleichzeitig nehmen die Forscher des Ifo-Instituts aber auch an, dass die umstrittenen Leistungsbilanzüberschüsse in Deutschland weiter steigen werden. Hier werde der Überschuss im Verhältnis zur Wirtschaftskraft von 7,0 Prozent im vergangenen Jahr auf 7,3 Prozent im nächsten Jahr zulegen.

Die EU-Kommission nimmt derzeit Deutschland wegen der massiven Exportüberschüsse unter die Lupe. Es wird geprüft, ob dadurch in der Euro-Zone größere wirtschaftliche Ungleichgewichte entstanden sind. Die Brüsseler Behörde stuft einen Leistungsbilanzüberschuss von mehr als sechs Prozent der Wirtschaftsleistung über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren als stabilitätsgefährdend ein.

vks/dpa/Reuters

insgesamt 12 Beiträge
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marthaimschnee 17.12.2013
1.
Welche wissenschaftliche Erklärung soll es dafür geben? Oder ist das einfach das Prinzip 'Hoffnung': Diese verdammte Krise muß doch irgendwann von alleine zuende gehen und je länger sie anhält, umso wahrscheinlicher ist, daß es bald passiert! Nur so am Rande, einige europäische Länder warten seit 5 Jahren auf positive Entwicklungen, aber es geht bisher nur alles den Bach runter und zB Griechenland steht trotz Schuldenabbau, Radikalsparkurs und Plünderung öffentlicher Güter schlechter da, als zum Ausbruch der Krise.
max.94 17.12.2013
2. Gut für die Koalition
Und so wird die Koalition doch finanzierbare Vorhaben durchsetzen können....
Maximilien.de.Robespierre 17.12.2013
3. 1,9 % sind kein kraeftiges Wachstum
1,9 % sind kein kraeftiges Wachstum. 2% Wachstum werden jedes Jahr vom teschnischen Fortschritt "aufgegessen". Dass es nicht mehr Arbeitslose gibt, liegt daran das die Bevoelkerung schrumpft. China hat mit 7% ein deutlich besseres Wachstum.
dr.hammer 17.12.2013
4. Fünfmal halb so viel
Zitat von sysopDPAWirtschaftsforscher sagen Deutschland für das kommende Jahr ein deutliches Wachstum voraus. Um 1,9 Prozent wird die Konjunktur laut Ifo-Institut zulegen - das wäre fünfmal so viel wie 2013. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ifo-institut-sagt-ein-kraeftiges-wirtschaftswachstum-fuer-2014-voraus-a-939535.html
ja ne is klar: Wirtschaftsforscher halbieren Wachstumsprognose - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/wirtschaftsforscher-halbieren-wachstumsprognose-a-855365.html)
vwl_marlene 17.12.2013
5. 1,9 % Wachstum
bei einer Beschaeftigungsschwelle von 3% (Zeitraum 1999-2008) bedeutet: steigende Arbeitslosigkeit (wenn man nicht noch mehr Vollzeitjobs in Mini-Stellen verwandelt oder die Berechnungsregeln der Arbeitslosenstatistik aendert...).
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