Ifo-Institut Viele Industriefirmen wollen nach Corona Messen weniger nutzen

Kein Ende der Messen-Misere in Sicht: Auch nach der Pandemie wollen laut Ifo-Institut vor allem große Firmen auf einige Messen verzichten. Bislang habe dies für die Mehrheit kaum zu Einbußen geführt.
Leere Stühle in der Medienlounge der Internationalen Funkausstellung (IFA) in der Messe Berlin

Leere Stühle in der Medienlounge der Internationalen Funkausstellung (IFA) in der Messe Berlin

Foto: Fabian Sommer / dpa

Die Messeindustrie ist besonders stark von der Coronakrise getroffen - und das könnte zunächst so bleiben: Auch nach dem Ende der Pandemie wollen 39 Prozent der deutschen Industriefirmen, die bislang auf Fachmessen ausgestellt haben, weniger an Messen teilnehmen. Dies ergab eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage des Ifo-Instituts. Nur zwei Prozent wollen künftig häufiger an Messen teilnehmen, während 59 Prozent ihr Engagement nicht verändern wollen.

"Messen bleiben weiter wichtig für die Unternehmen, aber sie werden sich verändern müssen", sagte Ifo-Experte Horst Penzkofer. Wegen Corona mussten in diesem Jahr traditionelle Großevents wie die Internationale Tourismusbörse (ITB) in Berlin oder die Frankfurter Buchmesse abgesagt werden. Auch die Leipziger Buchmesse ist nicht nur ins nächste Jahr, sondern kürzlich nochmals in den Frühsommer verlegt worden, um auch den Außenbereich nutzen zu können.

Vor allem größere Firmen wollen Messen weniger nutzen

Insbesondere größere Firmen wollen ihre Auftritte künftig zurückfahren: Bei Unternehmen mit mehr als 1000 Beschäftigten sind es 47 Prozent, zwischen 500 und 1000 sogar 49 Prozent. "In welchem Umfang das geschieht, wurde nicht abgefragt", sagte Penzkofer.

Digitale Formate stellen in der Coronakrise eine Alternative dar - die Technikmesse Ifa etwa hatte dieses Jahr 1400 virtuelle Aussteller, dem standen nur 150 vor Ort gegenüber. 65 Prozent der Aussteller wollen sie stärker nutzen, besonders unter den größeren Firmen. "Die Messegesellschaften sind schon dabei, digitale Instrumente in die Messen einzubauen oder führen digitale und hybride Veranstaltungen durch", sagte Penzkofer.

Kaum wirtschaftliche Einbußen für Aussteller

Fast die Hälfte der ausstellenden Industriefirmen (48 Prozent) gab in der Umfrage an, fehlende Messeteilnahmen hätten keine wirtschaftlichen Einbußen zur Folge gehabt. Bei 46 Prozent war dies "in geringem Umfang" der Fall, bei sechs Prozent "in hohem Umfang". 

caw/Reuters