Einzelhandel »Manches Weihnachtsgeschenk wird vielleicht nicht lieferbar sein«

Lieber jetzt schon an die Bescherung unterm Christbaum denken? Laut einer Ifo-Umfrage haben 74 Prozent der Einzelhändler Lieferprobleme.
Weihnachtsdekoration in der Frankfurter Zeil 2020: Frust beim Einkauf?

Weihnachtsdekoration in der Frankfurter Zeil 2020: Frust beim Einkauf?

Foto: Ralph Peters / imago images/Ralph Peters

Auf Baustellen fehlt Material, in der Autoproduktion sind Chips Mangelware. Doch Lieferprobleme plagen mittlerweile nicht mehr nur die Industrie, sondern auch den deutschen Einzelhandel. 74 Prozent der Händler klagten im September über entsprechende Probleme, wie aus einer Umfrage des Ifo-Instituts hervorgeht.

»Die Beschaffungsprobleme aus der Industrie sind nun auch hier angekommen«, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. »Manches Weihnachtsgeschenk wird vielleicht nicht lieferbar sein oder teuer werden.«

Im Fahrradhandel berichteten alle befragten Unternehmen von Problemen bei ihren Bestellungen. »Gegenwärtig ist Sand im Getriebe der weltweiten Logistik«, sagte Wohlrabe. »Zudem sind Frachtraten in der Schifffahrt deutlich erhöht worden.«

Bei den Baumärkten (99 Prozent) und Möbelhäusern zeigten sich die Nachwirkungen der Holzpreisrally im ersten Halbjahr. Die Knappheit bei Chips und Halbleitern führe bei Elektronikhändlern dazu, dass nicht jedes Produkt sofort verfügbar sei: Das sagten 97 Prozent der Einzelhändler von Unterhaltungselektronik.

Im Kfz-Handel (88 Prozent) zeigen sich die Lieferprobleme insbesondere bei Elektroautos.

Handelsverband sieht keinen Engpass bei Weihnachtsware

Als Konsequenz sind jetzt auch für viele Einzelhändler Preiserhöhungen ein Thema. »Die Industrie hat Preiserhöhungen angekündigt, und diese kommt jetzt zwangsläufig im Einzelhandel an«, sagte Wohlrabe.

Der Handelsverband HDE allerdings beschwichtigt. »Mit Blick auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft besteht kein Grund zur Sorge«, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, der Nachrichtenagentur Reuters. »Die Suche nach passenden Weihnachtsgeschenken ist auch in diesem Jahr gesichert.«

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Zwar könnten auch diesmal Neuerscheinungen und neue Modelle sehr gefragter Produkte knapp werden, da es hier zu Produktionsengpässen kommen könne. »Dass die Menschen bei ihrem Weihnachtseinkauf vor leeren Regalen stehen, ist aber nicht zu erwarten«, sagte Genth.

In den vergangenen Jahren setzten die deutschen Einzelhändler im November und Dezember zusammen jeweils um die 100 Milliarden Euro um.

mmq/Reuters
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