Einigung in Tarifstreit Beschäftigte in Stahlbranche bekommen mehr Geld

Der Tarifstreit in der Stahlbranche ist beendet - zumindest im Nordwesten. Dort erhalten die Beschäftigten zunächst 2,3 Prozent mehr Lohn, 2018 dann weitere 1,7 Prozent.

Stahlarbeiter bei Warnstreik in Duisburg (am 7. März)
DPA

Stahlarbeiter bei Warnstreik in Duisburg (am 7. März)


Die Verhandlungen begannen am Donnerstagabend und dauerten mehr als zehn Stunden. Dann hatten sich Arbeitgeber und die Gewerkschaft IG Metall in Düsseldorf geeinigt: Die rund 72.000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie sollen in zwei Stufen über zwei Jahre gerechnet insgesamt vier Prozent mehr Geld erhalten.

Von 1. April 2017 an wurde zunächst eine Erhöhung um 2,3 Prozent für 13 Monate vereinbart, von 1. Mai 2017 an ein weiteres Plus von 1,7 Prozent. Die Tarifverträge zur Altersteilzeit und zum Einsatz von Werkverträgen werden unverändert fortgeführt. Der nun ausgehandelte Vertrag hat eine Laufzeit bis zum Jahresende 2018.

"Das ist ein vertretbares Ergebnis. Es passt zur aktuellen Situation in der Stahlbranche und führt zu einem Reallohnplus bei den Beschäftigten", sagte der IG Metall-Verhandlungsführer Knut Giesler. Beide Tarifvertragsparteien hätten keinen Anlass zum Jubeln, meinte dagegen der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Andreas Goss.

Die IG Metall hatte zu Beginn der Verhandlungen 4,5 Prozent mehr Geld für zwölf Monate gefordert, die Arbeitgeber wollten hingegen nur 1,3 Prozent mehr für einen längeren Zeitraum von 15 Monaten zahlen. Arbeitgebervertreter Goss erklärte den deutlich höheren Abschluss nun damit, dass insbesondere die etwas verbesserte Stahlkonjunktur, die jüngsten Tarifabschlüsse in anderen Branchen und die stark gestiegene Inflationsrate einen Tarifabschluss mit einer geringeren Belastung für die Unternehmen verhindert hätten.

Das Ergebnis gilt zunächst nur für die Stahlindustrie in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen. Für die Beschäftigten im Saarland und im Osten Deutschlands werden separate Gespräche geführt. Insgesamt zählt die Branche bundesweit rund 88.000 Beschäftigte.

fdi/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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waltersfritz 17.03.2017
1. Überschrift
Typisches Gewerkschaftsversagen. Ein Abschluss der noch nicht mal die Inflation ausgleicht. Anstatt überschüssige Kapazitäten still zu legen um höhere Einkommen durchzusetzen werden Überkapazitäten durchgeschleppt unter Inkaufnahme von Kaufkraftverlusten für die Arbeitnehmer.
meine Güte 17.03.2017
2. Hier ist das...
...schöne, neue, soziale Deutschland! Inflationsausgleich, mehr nicht. Almosen halt, wie in den letzten ca. 20 Jahren. Wenn das St. Martin wüsste!
futtereimer 17.03.2017
3.
Von 1. April 2017 an wurde zunächst eine Erhöhung um 2,3 Prozent für 13 Monate vereinbart, von 1. Mai 2017 an ein weiteres Plus von 1,7 Prozent Ähm....vom 1.4 2017 für 13 Monate ein Plus von 2,3 % vom 1.5.2017 ein weiteres Plus von 1,7? Sie meinen wohl, ab dem 1.5.2018 ? Das sind aber für mich keine 4 % über zwei Jahre- sondern nur für ein Jahr..... Trotzdem ein lächerliches Ergebnis...wo es der Wirtschaft so gut geht. Gerade die IG Metall sollte sich schämen, so ein Abschluß als "Erfolg" zu deklarieren...
Direwolf 17.03.2017
4. Keine Sorge
Wenn es so weiter geht werden Stahlkapazitäten stillgelegt. Aber dann nicht jammern, wenn die Leute entlassen werden
spiegelobild 17.03.2017
5.
Wenn die Arbeitnehmer viel Glück haben, dann wird es zum Inflationsausgleich reichen. Andernfalls müssen sie vielleicht den Gewerkschaftsbeitrag einsparen, um über die Runden zu kommen
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