Kennzeichnung von Lebensmitteln Iglo führt Nutri-Score ein

Iglo war eine der ersten Firmen, die den Nutri-Score auf ihre Produkte drucken wollte - dann klagte ein Verein dagegen und ein Gericht gab der Einstweiligen Verfügung statt. Jetzt haben sich die Parteien geeinigt.

Iglo darf seine Produkte künftig auch in Deutschland mit dem Nutri-Score kennzeichnen
obs / iglo Deutschland

Iglo darf seine Produkte künftig auch in Deutschland mit dem Nutri-Score kennzeichnen


Der Tiefkühlkostanbieter Iglo darf künftig den Nutri-Score zur Kennzeichnung seiner Produkte verwenden. Das Unternehmen teilte mit, sich mit dem Münchner Verein "Schutzverband gegen Unwesen in der Wirtschaft" außergerichtlich geeinigt zu haben. Erste eigene Produkte mit der Nutri-Score-Kennzeichnung sollen demnach spätestens im Februar 2020 im Handel sein.

Das Nutri-Score-System nimmt neben Zucker, Fett und Salz auch Bestandteile wie Ballaststoffe oder Proteine in eine Bewertung auf und gibt dann einen einzigen Wert an - auf einer fünfstufigen Skala von dunkelgrün bis rot.

Durch die Einigung ist Iglo zufolge eine für den 14. November angesetzte Berufungsverhandlung vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht über eine Einstweilige Verfügung aufgehoben worden. Das Landgericht Hamburg hatte zuvor geurteilt, dass der Nutri-Score gegen europäische Vorschriften zur Lebensmittelkennzeichnung verstoße und daher im geschäftlichen Verkehr unzulässig sei.

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Iglo weist Produkte im Internet bereits mit dem Nutri-Score aus. Iglo-Schwesterfirmen in Frankreich, Belgien und den Niederlanden benutzen die Nährwertkennzeichnung bereits.

Im Streit darüber hatte Iglo den Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft BLL (Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde) verlassen. Dieser lehnt den Nutri-Score ab und hatte ein eigenes System veröffentlicht und empfohlen.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner hatte die allgemeine Einführung des Nutri-Score lange behindert, gab ihren Widerstand im September jedoch auf. Daraufhin hatten auch die Handelsketten Aldi Nord und Aldi Süd angekündigt, den Nutri-Score einzuführen.

kko/dpa

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KMtheo 11.11.2019
1. Klöckner, eine lupenreine Lobbyistin
Erschreckend, wie eine Ministerin sich immer wieder so gegen den Sachverstand und die Bevölkerung stellt, um ihrer Lobbygruppe zu dienen. Aber es scheinen sie ja Menschen zu stützen ....
salomon17 11.11.2019
2. Hauptsache einheitlich
Jede Art der Kennzeichnung ist letztlich für Verbraucher gedacht, die sich mit Lebensmittelinhaltsstoffen nicht wirklich gut auskennen, sonst würden sie ja einfach das Etikett lesen. Also sollte die Kennzeichnung übersichtlich und klar sein. Sie sollte aber auch auf jedem Lebensmittel zu finden sein, damit man vergleichen kann. Wichtig ist doch zunächst, die Verbraucher daran zu gewöhnen, überhaupt auf ihre Gesundheit zu achten. Die Kriterien für die "Ampel" kann man den wissenschaftlichen Erkenntnissen immer wieder anpassen.
DietmarKöniger 11.11.2019
3. Frau Klöckner!
Lobenswert dass Iglu diese Kennzeichnung einführt. Gegen den Widerstand der anderen Unternehmen, Verband UND Frau Klöckner. Immer wieder diese Frau mit dem strahlenden Lächeln. Lobbyismus ist per Se nicht falsch, kann und muss sogar sein. Aber wenn Lobbyisten so eine willfährige Gehilfin wie Frau Klöckner ausgemacht haben, oder sogar geholfen haben sie dorthin zu platzieren, dann wird das natürlich ausgenutzt. Und Frau Klöckner macht da nur zu gerne mit. Wann verschwindet diese Frau oder wird für die schamlose und gewissenlose Partei/Lobbyistenarbeit bestraft. Das ist das übelste was die CDU hervorgebracht hat und kostet der Partei inzwischen enorme Wählerstimmen. Denn so offensichtlich und eindeutig wie Frau Klöckner den Wähler, Konsumenten und Steuerzahler an der Nase herumführt ist nicht verborgen geblieben.
miradorn 11.11.2019
4. Der Nutriscore ist schlecht
Der Nutriscore hat für den individuellen Verbrauchen keinen Aussagewert. Er verschleiert durch seine 'moralisierende' Ampel-Kennzeichnung, dass er keinen Aussagewert hat Er ist die schlechteste aller gezeigten möglichen Label Er verkauft die Verbraucher für dumm
joerg20 11.11.2019
5. Fehlende Hintergrundinformation
Unabhängig davon, ob es nun eine dpa-Meldung ist oder ein Beitrag von Spiegel Online, fehlen diesem Artikel doch jegliche Hintergrundinformationen. Wie kann es denn sein, dass der Nutri-Score vom Landgericht Hamburg "gegen europäische Vorschriften zur Lebensmittelkennzeichnung verstoße und im geschäftlichen Verkehr unzulässig sei" - und nach einer wie auch immer gearteten Einigung zwischen Iglo und dem "Schutzverband gegen Unwesen in der Wirtschaft" Iglo diese Kennzeichnung jetzt auf seine Produkte bringen darf?
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