Markenstreit von Iglo und Appel Kampf um den Käpt'n

Käpt'n Iglo ist eine der bekanntesten deutschen Werbefiguren. Dem Hersteller schmeckt es deshalb gar nicht, dass auch Appel mit einem Seemann wirbt. Nun entscheidet ein Gericht.
Käpt'n-Iglo-Packung: Darf ein Konkurrent auch mit einem Mann mit Mütze werben?

Käpt'n-Iglo-Packung: Darf ein Konkurrent auch mit einem Mann mit Mütze werben?

Foto:

AP

Auf See hat jedes Schiff seinen eigenen Kapitän. Doch an Land kann es darüber, zu wem ein Mann im Kapitänslook gehören darf, heftigen Streit geben – zumindest wenn es nicht um Schiffe, sondern um zwei Lebensmittelunternehmen und ihre Werbung geht.

Das Landgericht München will in dem Streit um eine der bekanntesten Werbefiguren Deutschlands am Vormittag nun ein Urteil verkünden. Der für seinen Käpt'n bekannte Fischstäbchenhersteller Iglo fordert in dem Prozess, seinem Konkurrenten Appel Feinkost zu verbieten, mit einer ähnlichen Werbefigur im Seemannslook Reklame zu machen.

Appel Feinkost wirbt unter dem Motto »küstlich fein« mit einem wettergegerbten Herrn, der ebenso wie Käpt'n Iglo Bart und Seemannsmütze trägt.

Besteht Verwechslungsgefahr?

Iglo wirft Appel Feinkost aber keinen Verstoß gegen das Urheberrecht vor, sondern argumentiert anders: Laut Landgericht argumentiert das Unternehmen, die Verbraucher könnten beide Werbefiguren verwechseln. Die Werbung sei deswegen irreführend, Iglo sieht einen Fall von unlauterem Wettbewerb.

Man habe zuerst eine außergerichtliche Einigung angestrebt, teilte Iglo mit. Käpt'n Iglo habe bei den Deutschen eine Bekanntheit von über 80 Prozent. Iglo könne die von Appel Feinkost vertretene Position, »dass es sich nicht um eine Nachahmung unter Ausnutzung der Bekanntheit und des Markterfolgs der Werbefigur und -konzeption des »Käpt'n Iglo« handelt, nicht nachvollziehen oder akzeptieren«.

Appel Feinkost verkauft ebenso wie Iglo tiefgekühlte Fischprodukte. Das Unternehmen gehört zum Lebensmittelkonzern Heristo. Appel Feinkost wollte sich nicht zu dem Prozess äußern.

apr/dpa