Nach über 40 Jahren Ikea-Gründer zahlt wieder Steuern in Schweden

Ingvar Kamprad, Gründer der Möbelkette Ikea, lebte jahrzehntelang in der Schweiz, die Abgaben in Schweden waren ihm zu hoch. Jetzt hat er den Fiskus seiner Heimat erstmals wieder bedacht - mit einer fast bescheidenen Summe.
Ingvar Kamprad vor einer Filiale (Archiv): Der Ikea-Milliardär kehrte 2013 zurück in seine Heimat Schweden

Ingvar Kamprad vor einer Filiale (Archiv): Der Ikea-Milliardär kehrte 2013 zurück in seine Heimat Schweden

Foto: Inter Ikea Systems B.v./ dpa

Ikea-Gründer Ingvar Kamprad hat nach Medienberichten erstmals seit 1973 in seinem Heimatland Schweden Einkommensteuer bezahlt. Die Zeitung "Dagens Nyheter" berichtet, dass der 89-Jährige seine Einkünfte im vergangenen Jahr mit 17,7 Millionen schwedischen Kronen (knapp 1,9 Millionen Euro) angegeben habe. Darauf musste er demnach Steuern in Höhe von sechs Millionen Kronen (knapp 640.000 Euro) zahlen.

Zum Vergleich: Das Familienvermögen der Kamprads wird auf bis zu 40 Milliarden Euro geschätzt.

Kamprad hatte Schweden 1973 verlassen. Seit 1976 lebte er in der Schweiz, weil er nach eigenen Angaben die hohen Steuern in seiner Heimat nicht zahlen wollte. Nach dem Tod seiner Frau Margaretha im Jahr 2011 kehrte er 2013 nach Schweden zurück. Kamprad sitzt immer noch in der Führungsetage der Ingka Holding, dem Mutterhaus von Ikea, dem 328 Geschäfte in 28 Ländern gehören.

Ikea verzeichnete in Deutschland im Ende August abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/2015 einen Rekordumsatz von 4,4 Milliarden Euro, auch in fast allen anderen Ländern sind die Verkaufszahlen gut. Weltweit erzielte der Konzern einen Gesamtumsatz von 31,9 Milliarden Euro, das waren 11,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der internationale Konzern ist durch die Luxemburg-Leaks-Affäre ins Zwielicht geraten. Das Möbelunternehmen hat es in der Disziplin des Steuersparens zu besonderer Meisterschaft gebracht. Laut Dokumenten, die im November 2014 enthüllt wurden, soll die Inter Ikea Holding etwa im Jahr 2010 ganze 48.000 Euro Steuern gezahlt haben - auf einen Gewinn von damals mehr als 2,5 Milliarden Euro. Das entspricht in etwa einem Steuersatz von zwei Tausendstel Prozent.

sun/dpa