Second-Hand-Trend Ikea kauft eigene Möbel zurück

Nach Tchibo oder North Face setzt jetzt auch der weltgrößte Möbelhändler auf Gebrauchtwaren. Ikea will künftig eigene Möbel zurücknehmen - und dann weiterverkaufen. Allerdings gilt das nur für bestimmte Artikel.
Fahnen vor einer Ikea-Filiale in Magdeburg

Fahnen vor einer Ikea-Filiale in Magdeburg

Foto: Peter Gercke/ picture alliance / Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa

Deutsche Ikea-Kunden können ab dem 15. Juli gebrauchte Möbel in gutem Zustand zurückgeben und erhalten dafür eine Guthabenkarte. Ein seit September laufender Test in fünf Häusern sei gut verlaufen, teilte das schwedische Unternehmen mit. Die Second-Hand-Möbel werden zusammen mit Ausstellungstücken und Retouren in der "Fundgrube" weiterverkauft - zum Rückkaufpreis plus Mehrwertsteuer.

Für den Rückkauf gelten genau definierte Bedingungen und Abläufe. So ist Ikea nur an bestimmten Artikeln aus besonders beliebten Produktkategorien interessiert, insgesamt geht es um etwa tausend. Ob ihre Möbel dazugehören, können Interessierte in einem Onlineportal klären. Dort erhalten sie auch einen unverbindlichen Preisvorschlag. Nach der Online-Registrierung muss der Kunde die Möbel in zusammengebautem Zustand in eine Filiale bringen.

Über die Fundgruben-Abteilungen verkauft Ikea schon länger Ausstellungsstücke oder Retouren, die nicht mehr im Originalzustand sind. Das Rückkaufprogramm sieht der Konzern nach eigenen Angaben als Beitrag zu seinen eigenen Nachhaltigkeitszielen.

Bei dem Testlauf waren Ikea zufolge vor allem Klassiker wie das Billy-Regal, Kommoden und Kleinmöbel wie Stühle beliebt gewesen. Die meisten Produkte hätten innerhalb von zwei Tagen einen neuen Besitzer gefunden. Besonders groß sei das Interesse in Berlin gewesen. Wie viele Möbel während der Testphase zurückgekauft wurden, gab das Unternehmen nicht preis.

Andere Unternehmen bieten schon länger gebrauchte Produkte an, etwa der Kleidungshersteller The Northface oder der Kaffeekonzern Tchibo, der einen Verleihservice für gebrauchte Kinderkleidung gestartet hat. Ikea hatte im Jahr 2014 ein lebenslanges Rückgaberecht für seine Möbel eingeführt, dieses aber nur zwei Jahre später wieder abgeschafft.

dab/dpa/AFP
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