"Gig Economy" Ikea kauft Arbeitskraftvermittler TaskRabbit

Nie mehr selbst an Billy und Malm schrauben? Der schwedische Konzern Ikea übernimmt TaskRabbit - und damit eine App, über die Arbeitskräfte für kleinere Aufgaben vermittelt werden.

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Ikea hat angekündigt, das Start-up TaskRabbit zu kaufen, einen Vermittler von Arbeitskräften für kleine Aufgaben. Unter dem Dach von Ikea werde TaskRabbit unabhängig agieren, heißt es in der Mitteilung der Schweden. Der Zusammenbau von Möbeln des Konzerns dürfte aber zu den vorrangigen Aufgaben gehören: Im November vergangenen Jahres sei dafür bereits ein erfolgreiches Pilotprojekt in London gestartet worden, erklärte das Unternehmen.

TaskRabbit ist ein Pionier der sogenannten Gig Economy, bei der - meist auf einer Onlineplattform - Arbeitskräfte für einzelne Aufträge vermittelt werden statt festangestellt zu sein. Prominente Beispiele sind Uber oder Deliveroo. Kritiker bemängeln regelmäßig die Ausbeutung der Arbeitskräfte, es gibt keine Jobsicherheit oder Zahlungen im Krankheitsfall.

TaskRabbit ist bisher in 40 amerikanischen Städten sowie in London aktiv: Dort werden Kunden und Helfer zusammengebracht, die sich unter anderem um Möbelaufbau, Umzüge, Pack- oder generelle Hausarbeiten kümmerten. Die Montage von Ikea-Möbeln soll auch bisher schon eine oft nachgefragte Aufgabe gewesen sein.

Ein Vertrag sei am 25. September unterschrieben worden, im Oktober soll der Kaufprozess abgeschlossen sein, heißt es in der Mitteilung vom Donnerstag. Ein Kaufpreis wurde dabei nicht genannt. Die bisherige TaskRabbit-Chefin Stacy Brown-Philpot, eine frühere Google-Managerin, soll das Geschäft weiter führen.

Dem Technologieblog "Recode" zufolge, das zuvor über den Ikea-Deal berichtet hatte, nahm TaskRabbit in den vergangenen neun Jahren 50 Millionen Dollar von Investoren ein und war zuletzt profitabel. Zuletzt seien rund 60.000 Arbeitskräfte auf der Plattform gewesen. Die Zentrale ist in San Francisco.

aar/dpa/Reuters

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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
aschie 29.09.2017
1. Wer Wie Was
Wie wird das entlohnt?Kann der Preis frei Verhandeld werden nach Angebot und Nachfrage?mus man /Frau jeden Aufrtrag annehmen? Wer gibt Garantien bei Fusch?Wer bezahlt die Sozialversicherung?Gibs die überhaupt? Wer bezahlt den Anfahrtskosten?Wie hoch ist die Vermittlungsgebühr und wer bezahlt die ?Was ist wenn sich der/Arbeiter/in verletzt?Wie wird das besteuert? Wer macht die Abrechnungen?Wer profitiert und wer verliert? Ich weis so unbequeme Fragen stören nur in der Start up Szene. Vieleicht ist das die die Zukunft für Arbeitslose oder ist dieses Geschäftsmodel genau wie Uber doch nicht der Weisheit letzter Schluss .Kann jemand davon leben und müssen wir demnächst alle so arbeiten?Und ist Ikea nicht schon des öfteren Negativ aufgefallen? Investoren verdienen sich ne Goldene Nase und alles was Start Up is darf sowieso nicht kritisiert werden. Ich will ja nicht immer alles schlecht machen aber wirklich mit freude kann ich dieser Entwicklung auch nicht entgegen fibern.
Don Martin 29.09.2017
2. Finde ich interessant
Kleinere Aufgaben über eine App zu vergeben ist gerade für mich (Theoretiker, zwei linke Hände, alles Daumen) sehr interessant. Ich verdiene genug um kleinere Aufgaben auszulagern. Wenn ich einen Schrank zusammenschraube, entwickelt es sich schnell zu einem Drama. Zumal in ein bisschen cholerisch bin und den Schrank schnell mal schredder. Aber für sowas einen Schreiner rufen, ist nun auch etwas übertrieben. Und wenn IKEA nun die App gekauft hat, hoffe ich, das sie bald auch in Deutschland zur Verfügung steht.
thequickeningishappening 29.09.2017
3. Und wenn die Kaufkraft vernichtet ist
dann gehen die nicht verkauften Moebel auf die große Halde im Wald!
jujo 29.09.2017
4. ...
Zitat von Don MartinKleinere Aufgaben über eine App zu vergeben ist gerade für mich (Theoretiker, zwei linke Hände, alles Daumen) sehr interessant. Ich verdiene genug um kleinere Aufgaben auszulagern. Wenn ich einen Schrank zusammenschraube, entwickelt es sich schnell zu einem Drama. Zumal in ein bisschen cholerisch bin und den Schrank schnell mal schredder. Aber für sowas einen Schreiner rufen, ist nun auch etwas übertrieben. Und wenn IKEA nun die App gekauft hat, hoffe ich, das sie bald auch in Deutschland zur Verfügung steht.
Im IKEA Homeland Schweden sind Dienstleistungen von IKEA teuer. Küche bei IKEA kaufen, anliefern und aufbauen lassen ca 20% teurer als vergleichbares beim Kücheneinrichter. Unsere Kommune bietet und vermittelt Dienstleistungen rund ums Haus und Grundstück an. Vom Fensterputzen bis Rasenmähen. zu moderaten Preisen und der Gewährleistung nicht von halbseidenen Abzockern über den Tisch gezogen werden. Für Schweden dürfte das Model nicht attraktiv sein.
sverris 29.09.2017
5.
Vermutlich unterbieten sich allerlei Handwerker, und bekommen keine 10 Euro die Stunde, indes Ikea bei jeder Vermittlung Gebühren kassiert. Auf sowas kann ich verzichten.
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