Keimbelastete Wurst Fleischerei-Unternehmen Wilke belieferte auch Ikea-Restaurants

Zwei Menschen kamen durch Bakterien in der Wurst des Herstellers Wilke ums Leben. Nun ist klar: Auch die Gastronomie des Möbelhändlers Ikea wurde von dem Unternehmen beliefert.
Ikea Bistro: Wurst-Aufschnitt kam vom insolventen Wursthersteller Wilke

Ikea Bistro: Wurst-Aufschnitt kam vom insolventen Wursthersteller Wilke

Foto: Manfred Segerer / imago images

Der Möbelkonzern Ikea ist vom Rückruf von Wurstprodukten der Firma Wilke betroffen. Ikea Deutschland habe über einen Großhändler Wurst-Aufschnitt für Kunden- und Mitarbeiterrestaurants von Wilke erhalten, sagte eine Sprecherin des Möbelkonzerns laut der Nachrichtenagentur dpa.

Sie bestätigte damit entsprechende Angaben der Verbraucherorganisation foodwatch. Das hessische Unternehmen Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH hatte nach zwei Todesfällen durch Listerien-Keime in der eigenen Wurst in der vergangenen Woche eine weltweite Rückrufaktion gestartet.

Der Großhändler habe Ikea über die Schließung von Wilke informiert. "Aus diesem Grund haben wir als Vorsichtsmaßnahme den Verkauf aller Produkte des Herstellers umgehend gestoppt", sagte die Sprecherin. Die Hotdogs aus den Ikea-Restaurants wurden offenbar nicht von Wilke geliefert.

Das übrige Fleisch- und Wurstwaren-Sortiment aus dem Restaurant, dem Schwedenshop und dem Bistro sei nicht betroffen, teilte Ikea mit. Mittlerweile gebe es einen neuen Lieferanten für Aufschnitt.

Der Fleischhersteller Wilke wird mit zwei Todesfällen in Südhessen und 37 weiteren Krankheitsfällen in Verbindung gebracht. Mehrfach wurden Listerien-Keime in Wilke-Produkten nachgewiesen.

Die Keime können für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sei. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hatte als Aufsichtsbehörde den Betrieb mit 200 Mitarbeitern am Dienstag vergangener Woche geschlossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.

Das Unternehmen war nach Bekanntwerden der Vorwürfe in wirtschaftliche Schieflage geraten und hatte am Freitag ein vorläufiges Insolvenzverfahren beantragt.

fek/dpa
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