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13. Juli 2016, 16:19 Uhr

Nach öffentlichem Druck

Ikea ruft Malm-Möbel in China zurück

Nach dem Tod mehrerer Kinder rief Ikea kürzlich in den USA und Kanada fast 36 Millionen Kommoden zurück. China fühlt sich seitdem benachteiligt. Nun zieht der schwedische Konzern in dem Land nach.

Nach heftiger Kritik von Kunden und Staatsmedien in China ruft Ikea mehr als eine Million Möbelstücke in dem Land zurück. Betroffen seien Kommoden und andere Stücke aus der Serie Malm, die zwischen 1999 und 2016 verkauft wurden, teilte der schwedische Konzern gemeinsam mit einer chinesischen Aufsichtsbehörde mit.

Vor zwei Wochen hatte Ikea in den USA und Kanada fast 36 Millionen Malm-Kommoden zurückgerufen, weil mehrere Kleinkinder durch umkippende Möbel getötet worden waren. Für Europa und China schloss der Konzern eine ähnliche Aktion aus und verwies dabei auf die unterschiedlichen Sicherheitsvorschriften in den Ländern.

Dies sorgte für einen Aufschrei der Empörung in chinesischen Internetforen. Nutzer warfen Ikea vor, mit zweierlei Maß zu messen und die Sicherheit chinesischer Verbraucher zu vernachlässigen. Staatsmedien und lokale Behördenvertreter schlossen sich der Kritik an. Ikea ist in China sehr beliebt.

In einer Stellungnahme betonte der Konzern nun, die Produktsicherheit, insbesondere in Bezug auf Kinder, sei "schon immer Priorität" des Unternehmens gewesen. "Wir hoffen, den Verbrauchern versichern zu können, dass die von ihnen erworbenen Produkte sicher sind." Ikea verweist darauf, dass die Kommoden sicher im Gebrauch sind, wenn sie laut Montageanleitung befestig werden. Die Möbel würden auch weiterhin in dem Land verkauft.

Gegenüber Spiegel Online sagte eine Sprecherin, dass ein Rückruf in Deutschland nicht geplant sei. "Es gibt keine Vorfälle mit Malm-Möbeln in Deutschland".

msc/AFP

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