Jahreszahlen Ikea wächst in Deutschland nur noch langsam

Deutschland ist für Ikea der wichtigste Markt der Welt - aber der wächst kaum noch. Trotz neu eröffneter Möbelhäuser legte der Umsatz nur um 2,4 Prozent zu.
Ikea-Möbelhaus in Hamburg-Altona

Ikea-Möbelhaus in Hamburg-Altona

Foto: Daniel Reinhardt/ picture alliance / dpa

Der Möbelhändler Ikea hat im Ende August abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Umsatz steigern können. Der Einzelhandelsumsatz des Konzerns wuchs weltweit um 3,8 Prozent auf 34,1 Milliarden Euro, teilte Ikea mit. In Deutschland war das Wachstum niedriger, hier legte der Umsatz um 2,4 Prozent auf 4,867 Milliarden Euro zu.

Dieses Wachstum in Deutschland wurde auch durch drei neue Einrichtungshäuser in Wuppertal, Wetzlar und Magdeburg erreicht. Damit gibt es nun 53 Ikea-Häuser in Deutschland. Der Onlinehandel hierzulande wuchs mit 30,7 Prozent wesentlich stärker als der Gesamtumsatz und betrug nun 304 Millionen Euro. Auch das Food-Geschäft in den Restaurants und mit Lebensmitteln entwickelte sich in Deutschland mit 4,1 Prozent Zuwachs auf 230,5 Millionen Euro besser als der stationäre Möbelhandel.

Angesichts der neu eröffneten Märkte und des starken Wachstums im Onlinehandel sowie der Gastronomie dürfte das traditionelle Möbelgeschäft in den bestehenden Häusern im vergangenen Jahr kaum noch gewachsen sein - detaillierte Zahlen gab der Konzern hierzu aber nicht bekannt.

Vorwürfe der Steuerumgehung

Ohnehin ist der Begriff "Ikea-Konzern" relativ - Ikea versteht darunter nicht die gesamte Firmengruppe. Das Unternehmen betreibt 355 der weltweit 403 Ikea-Häuser als größter einzelner Franchise-Nehmer. Dafür zahlt er Lizenzgebühren an die in den Niederlanden beheimatete INGKA Holding, was in der Vergangenheit zu Vorwürfen der Steuerumgehung geführt hatte.

Tatsächlich gibt es außer dem als Ikea-Konzern benannten Teil und der INGKA Holding noch weitere Firmen innerhalb der Gruppe, an die teilweise Umsatzanteile gezahlt werden. Daher sind die Angaben des Ikea-Konzerns über Gewinn und bezahlte Steuern nur eingeschränkt aussagekräftig.

So fiel der weltweite Gewinn des Ikea-Konzerns formal von 4,2 Milliarden auf 2,5 Milliarden Euro. Allerdings seien diese Zahlen wegen einer umfassenden Umstrukturierung nicht unmittelbar vergleichbar, sagte eine Sprecherin. Das früher berücksichtigte Großhandelsgeschäft etwa sei auf eine andere Gesellschaft innerhalb der Gruppe verlagert worden.

Auf die Erträge habe man effektiv rund 800 Millionen Euro Steuern gezahlt, teilte das Unternehmen nun für das abgelaufene Geschäftsjahr mit. Einschließlich anderer Steuern und Abgaben komme man auf eine Gesamtbelastung von 1,3 Milliarden Euro.

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