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04. April 2018, 18:04 Uhr

Expansionspläne

Ikea drängt in deutsche Innenstädte

Was Ikea in Hamburg schon erprobt hat, soll deutschlandweit der Normalfall werden: Der Möbelkonzern will neue Filialen vor allem in der Innenstadt eröffnen. Standorte auf der grünen Wiese seien "nicht mehr zukunftsfähig".

Das schwedische Möbelunternehmen Ikea ändert seine Standortstrategie. "Neue Märkte werden künftig vor allem in den Innenstädten und Metropolregionen entstehen", kündigte Johannes Ferber an, Expansionschef von Ikea Deutschland. "Wichtig ist eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Auch Kunden ohne Auto müssen uns gut erreichen können."

"Wir werden kaum noch neue Standardstores sehen und erst recht nicht auf der grünen Wiese", sagte Ferber. So sei ein in Bottrop geplantes Möbelhaus vom Tisch. "Die dezentrale Lage des Grundstücks abseits des Stadtzentrums ist nicht mehr zukunftsfähig."

Auch Pläne für eine Filiale in Castrop-Rauxel wurden verworfen, in Bayern steht der Standort Memmingen auf dem Prüfstand. Ob die Zahl der Möbelhäuser auf lange Sicht von derzeit 53 auf bundesweit 70 steigen wird, lässt sich laut Ferber angesichts der neuen Strategie schwer vorhersagen.

Erste Erfahrungen in der Innenstadt hat Ikea seit 2014 mit dem City-Store in Hamburg-Altona gesammelt. "Wir werden Altona so aber nicht wiederholen. Wir wollen individuelle Standorte entwickeln, zum Beispiel ohne komplettes Warenlager", sagte der Manager. Vorstellbar seien Ikea-Läden in der Fußgängerzone, einem Warenhaus oder einem Einkaufszentrum.

Bis zu neun Verteilzentren in Deutschland geplant

Um die Lieferzeiten bei Online-Bestellungen zu verkürzen, plant Ikea mittelfristig sechs bis neun neue Verteilzentren in Deutschland. Dafür sollen 300 bis 400 Millionen Euro investiert werden. Bei neuen Projekten in den Innenstädten kann sich der Möbelriese auch zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten vorstellen, zum Beispiel Büros oder Wohnungen auf dem Dach eines Ikea-Hauses. "Wir trauen uns zu, solche Modelle zu entwickeln. Umgesetzt werden sollten sie dann mit lokalen Partnern", sagte Ferber.

Die bestehenden Häuser außerhalb der Zentren werden Ferber zufolge aber weiter eine wichtige Rolle spielen. "Die Kunden möchten sich Möbel ansehen und ausprobieren und später vielleicht online bestellen. Wichtig ist für uns eine enge Verzahnung von stationärem Handel und Onlinehandel". Sechs Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet Ikea Deutschland inzwischen online und verzeichnet beim Internethandel jährlich zweistellige Zuwachsraten.

Der Möbelhändler war im Geschäftsjahr 2016/2017 in Deutschland nicht mehr so schnell gewachsen wie zuvor. Auf ihrem wichtigsten Einzelmarkt setzten die Schweden knapp 4,9 Milliarden Euro um, was einen Zuwachs von 2,4 Prozent bedeutete. Zuvor hatte Ikea Deutschland ein Wachstum von 7 Prozent geschafft.

dab/dpa

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