Expansionspläne Ikea will Solaranlagen verkaufen

Mit Regalen wurde es zur Weltmarke, jetzt will das schwedische Möbelhaus in andere Branchen expandieren: Zusammen mit einem chinesischen Hersteller bietet Ikea zunächst testweise in Großbritannien Solarmodule an. Die Energiespender kommen als Rundum-sorglos-Paket - und sind natürlich günstig.
Grüner Anstrich: In Zukunft sollen nicht nur IKEA-Filialen, wie diese in Brooklyn, mit Solarzellen bestückt werden. Der Möbelhersteller plant den Verkauf an Endkunden.

Grüner Anstrich: In Zukunft sollen nicht nur IKEA-Filialen, wie diese in Brooklyn, mit Solarzellen bestückt werden. Der Möbelhersteller plant den Verkauf an Endkunden.

Foto: Mark Lennihan/ AP

Düsseldorf - Die schwedische Möbelkette Ikea will in den Handel mit Solaranlagen einsteigen. Testweise bietet das Unternehmen in den nächsten Monaten zunächst in England Solarmodule zu besonders günstigen Preisen an, wie die "Wirtschaftswoche" am Samstag meldete.

Danach wolle der Konzern entscheiden, ob er das Geschäft auf andere Länder ausweitet. "Wir warten den Test in Großbritannien ab", sagte ein Konzern-Sprecher in Deutschland dem Magazin. Das aktuelle Angebot umfasst neben den Panelen auch die Beratung vor Ort, die Installation und die Garantie. Ähnlich wie in Deutschland gibt es in Großbritannien eine hohe Einspeisevergütung für Hauseigentümer, die ihren Solarstrom ins öffentliche Netz leiten.

Die von Ikea vertriebenen Solaranlagen kommen vom chinesischen Konzern Hanergy, der neben Sonnenstrom- auch Wind- und Wasserkraftanlagen baut. In Deutschland übernahm Hanergy im Juni die insolvente ehemalige Q-Cells-Tochter Solibro aus Bitterfeld in Sachsen-Anhalt.

Von der Kooperation profitieren beide Unternehmen: Hanergy hat mit Ikea einen Vertriebspartner mit einem weltumspannenden Kundennetz. Ikea wiederum kann mithilfe des Know-hows der Chinesen sein Image aufpolieren. Bereits jetzt bestückt Hanergy die Dächer von elf Möbelhäusern in China mit Solarmodulen.

Ob sich das von Ikea angebotene Rundum-sorglos-Paket - falls es nach Deutschland kommt - hier am Markt durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. In Deutschland werden bisher vor allem kristalline Solarzellen eingesetzt. Die sind zwar teurer in Herstellung und Anschaffung, haben aber einen höheren Wirkungsgrad als die von Ikea vertriebenen Dünnschicht-Module.

mhe/apd