Illegale Steuergeschäfte Cum-Ex-Schaden könnte dreimal so hoch sein wie bekannt

Schon bislang galt der Cum-Ex-Skandal als größter Steuerbetrug der Nachkriegszeit. Neuen Berechnungen zufolge dürften die Steuerdeals weltweit rund 150 Milliarden Euro Schaden verursacht haben.
Frankfurter Bankenviertel: Milliardenschäden durch illegale Steuerdeals

Frankfurter Bankenviertel: Milliardenschäden durch illegale Steuerdeals

Foto: DANIEL ROLAND / AFP

Der Schaden durch Cum-Ex-Steuergeschäfte und ähnliche illegale Betrugssysteme ist Medienrecherchen zufolge deutlich höher als bislang angenommen. Die Summe belaufe sich auf weltweit rund 150 Milliarden Euro, berichten das ARD-Magazin »Panorama« (NDR) und das Recherchezentrum »Correctiv«. Sie hätten die neue Summe gemeinsam mit 15 internationalen Medien recherchiert. Ursprünglich war man von rund 55 Milliarden Euro ausgegangen.

Betroffen sind neben Deutschland und den USA mindestens zehn weitere europäische Länder. Allein deutschen Finanzämtern entgingen nach Berechnungen des Steuerprofessors Christoph Spengel von der Universität Mannheim fast 36 Milliarden Euro. Bei vorigen Berechnungen aus dem Jahr 2018 war Spengel noch von mindestens 31,8 Milliarden Euro ausgegangen.

Bei den umstrittenen Geschäften schoben Investoren rund um den Dividendenstichtag Aktien mit (»cum«) und ohne (»ex«) Ausschüttungsanspruch rasch zwischen mehreren Beteiligten hin und her. Diese ließen die Papiere untereinander zirkulieren, bis dem Fiskus nicht mehr klar war, wem sie überhaupt gehörten. Die Finanzämter erstatteten mehr Steuern, als sie zuvor eingenommen hatten. 2012 wurde das Steuerschlupfloch geschlossen.

Im Juli dieses Jahres entschied der Bundesgerichtshof (BGH), dass die Cum-Ex-Aktiengeschäfte für den deutschen Fiskus als Steuerhinterziehung zu bewerten und damit strafbar sind.

dab/mic/dpa
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