Windige Hypothekengeschäfte Bank of America muss 9,5 Milliarden Dollar zahlen

Die Aufarbeitung der Finanzkrise kommt die Bank of America teuer zu stehen. Wegen umstrittener Hypothekengeschäfte in den Jahren 2005 bis 2007 muss das Institut rund 9,5 Milliarden Dollar zahlen. Das Geld geht an die beiden staatlichen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac.
Zentrale der Bank of America (2.v.l.): Milliarden für die Fehler der Vergangenheit

Zentrale der Bank of America (2.v.l.): Milliarden für die Fehler der Vergangenheit

Foto: DON EMMERT/ AFP

New York/Washington - Die Bank of America muss wegen dubioser Geschäfte mit Immobilienkrediten während der Finanzkrise 9,5 Milliarden Dollar zahlen. Das US-Geldinstitut stimmte a einem entsprechenden Vergleich mit der Federal Housing Finance Agency (FHFA) zu. Die US-Behörde steht hinter den Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac. Die beiden halbstaatlichen Unternehmen mussten wegen der Finanzmarkt-Turbulenzen 2008 von der US-Regierung vor der Pleite gerettet werden.

Die Bank of America   zahlt Fannie und Freddie nun zusammen 6,3 Milliarden Dollar. Zusätzlich kauft sie ihnen Hypothekenpapiere im Wert von 3,2 Milliarden Dollar wieder ab.

Die FHFA hatte 2011 insgesamt 18 Finanzkonzerne verklagt, die Fannie Mae  und Freddie Mac  Hypothekenpapiere verkauft hatten. Der Vorwurf: Die Banken hätten die darin enthaltenen Hauskredite zu rosig dargestellt. In der ab 2007 hereinbrechenden Finanzkrise verloren die Papiere massiv an Wert. In der Folge musste der Staat bei den Immobilienfinanzierern rettend einspringen.

Nach der Lösung des aktuellen Falls stehen noch sieben Klagen aus. Erst in der vergangenen Woche hatte die Credit Suisse   einer Zahlung von 885 Millionen Dollar zugestimmt. Die Deutsche Bank  hatte sich Ende vergangenen Jahres auf die Zahlung von 1,9 Milliarden Dollar geeinigt. US-Branchenführer JP Morgan Chase zahlte für die Beilegung des juristischen Streits vier Milliarden Dollar und kauften für weitere 1,1 Milliarden Dollar Hypothekenpapiere zurück. Morgan Stanley musste 1,25 Milliarden Dollar locker machen.

Die Bank of America muss besonders stark büßen, weil sie auch für Geschäfte des in der Finanzkrise geschluckten Immobilienfinanzierers Countrywide   sowie der Investmentbank Merrill Lynch  geradesteht.

Insbesondere wegen Countrywide war die Bank of America in den vergangenen Jahren immer wieder in teure Rechtsstreitigkeiten verwickelt. Der Finanzierer hatte Kredite besonders leichtfertig vergeben.

Die großen Banken haben für Rechtsstreitigkeiten hohe Beträge auf die Seite gelegt. Wegen des teuren Vergleichs muss die Bank of America aber noch einmal nachschießen und rechnet für das erste Quartal mit einem kleineren Gewinns. Sie legt ihre Zwischenbilanz am 16. April vor.

stk/dpa-AFX/AFP