Immobilienmarkt Reichster Mann Chinas sieht "größte Blase der Geschichte"

Wang Jianlin brachte es mit Immobiliengeschäften zum Multimilliardär. Nun warnt er mit drastischen Worten vor dem Häusermarkt in seiner Heimat.
Wang Jianlin

Wang Jianlin

Foto: © Darley Shen / Reuters/ REUTERS

Seinen Aufstieg verdankt Wang Jianlin dem jahrzehntelangen Immobilienboom in China. Als Chef der Dalian Wanda Group wurde Wang zum reichsten Mann des Landes, auf 28,7 Milliarden Dollar schätzt das US-Magazin "Forbes" sein Vermögen. Doch inzwischen misstraut Wang dem Häusermarkt in China zutiefst. Dort existiere die "größte Blase in der Geschichte", sagte er dem US-Sender CNN Money .

Das größte Problem in dem Sektor seien die großen Unterschiede zwischen boomenden Metropolen wie Shanghai, in denen die Häuserpreise nach wie vor steigen - und der Lage in Tausenden kleineren chinesischen Städten, wo zahlreiche Immobilien leerstehen. Diese Diskrepanz erschwere eine stringente Steuerung durch die chinesische Regierung.

"Ich kenne keine gute Lösung für dieses Problem", sagte Wang. Die Regierung in Peking habe eine ganze Reihe von Maßnahmen ausprobiert, etwa den Kauf von Immobilien oder die Kreditvergabe zu begrenzen. "Aber keine hat funktioniert", konstatierte Wang.

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Ein Anzeichen für eine Blase, wie Wang sie sieht, ist die hohe Summe an Immobilienkrediten in China. Allein 3,6 Billionen Dollar haben die Banken dem Sektor geliehen, so der Stand Ende Juni. Gleichzeitig kühlt sich die Konjunktur seit Jahren ab, was ein Gegensteuern erschwere, so Wang. Erst wenn die Wirtschaft des Landes wieder anziehe, könne die hohe Verschuldung abgebaut werden.

Tatsächlich hat sich die Verschuldung in China seit dem Jahr 2000 drastisch erhöht. Vor allem die Unternehmen sind im Verhältnis wesentlich höher verschuldet als in den USA oder Deutschland.

Trotz der beunruhigenden Einschätzung über den Immobilienmarkt sagte Wang dem US-Sender, er fürchte keine sogenannte harte Landung der chinesischen Wirtschaft. Der Milliardär selbst hat seine Investitionen im Immobiliensektor in den vergangenen Jahren übrigens drastisch reduziert. Dalian Wanda investiert stattdessen vor allem in zukunftsträchtigen Konsum: Unterhaltung, Sport und Tourismus. Dabei kaufte sich der reichste Mann Chinas auch in die amerikanische Unterhaltungsindustrie ein - und sagte dem US-Konzern Disney auf dem chinesischen Markt den Kampf an.

fdi
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