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Ferienhäuser in Griechenland: Ferienhäuser in Griechenland

Foto: Eric Hatzinikitas, Rhodos

Ferienimmobilien in Griechenland Leben wie Gott in Hellas

Auf vielen Ägäisinseln ist von der Krise im fernen Athen wenig zu spüren - außer, dass die Ferienhäuser mittlerweile konkurrenzlos billig sind. Doch beim Immobilienkauf in Griechenland gilt es einige Regeln zu beachten. Und die Preise könnten durchaus noch weiter fallen.
Von Anja Steinbuch und Jürgen Hoffmann

Griechenland ächzt unter der Schuldenkrise. Die Arbeitslosigkeit lag zuletzt bei 22 Prozent, unter den Jungendlichen ist sogar jeder zweite ohne Beschäftigung. Immer wieder legen Streiks das öffentliche Leben in Athen und anderen großen Städten lahm. Beamte, Angestellte, Studenten - Griechen aus allen Schichten gehen auf die Straße, um gegen den von der EU diktierten Sparkurs zu protestieren. Als Feindbilder dienen europäische Politiker, allen voran die deutsche Kanzlerin.

Doch im Süden der hellenischen Republik, auf Rhodos beispielsweise, herrscht eine andere Wahrheit. "Bei uns haben die Menschen Arbeit, keiner demonstriert, und der Immobilienmarkt ist trotz aller Diskussionen relativ stabil geblieben", sagt der Deutsch-Grieche Georg Petras. Der gebürtige Stuttgarter leitet das Büro der Immobilienfirma Engel & Völkers auf Rhodos. Er glaubt an "seine" Insel: "Wir haben ein Wechselbad der Gefühle hinter uns. Alle haben uns runtergeredet. Auf Rhodos aber ist von Depression nichts zu spüren." Deutsche, Österreicher, Italiener und Belgier kämen seit Monaten hierher, um sich Feriendomizile, vornehmlich direkt am Meer anzuschauen und - zu kaufen: "Oft schlagen Interessenten ganz schnell zu, weil sie Angst haben, dass die Preise bald wieder steigen." Auf Rhodos sind die Immobilienpreise derzeit fünf bis 25 Prozent niedriger als vor zehn Jahren. Petras hat auch schon immobiliensuchende Europa-Abgeordnete durch leerstehende Traumvillen geführt. Für ihn ein deutliches Zeichen: "Die Kuh ist vom Eis, Griechenland wird von Brüssel nicht fallengelassen."

Auch die Rahmenbedingungen sind attraktiv

So oder so - auf Rhodos stehen derzeit dutzende Ferienhäuser zum Verkauf, viele mit Meerblick. Gleiches gilt für Santorin, Symi oder Korfu. Ein Grund: Einst wohlhabende Griechen sind mittlerweile klamm und müssen ihre Zweitwohnsitze verscherbeln. Ihre Villen sind oftmals erst ein oder zwei Jahre alt. Ein Beispiel: In Lindos auf Rhodos kostet ein erst 2012 fertiggestelltes 140-Quadratmeter-Domizil mit drei Schlafzimmern, Kamin und Außenpool 385.000 Euro. Kai Dost, Inhaber der Maklerfirma Dost & Co in Palma: "An der Nordwestküste Mallorcas würde so ein Anwesen mindestens 650.000 Euro kosten."

Nicht nur die griechischen Preise sind im europäischen Vergleich attraktiv, auch die Rahmenbedingungen für die Käufer sind gut: Das vor einem Jahr in Kraft getretene "Legalisierungsgesetz" verhindert, dass ohne Baugenehmigung errichtete Immobilien weiter verkauft werden. Wer eine Griechen-Immobilie erwirbt, kann sich also inzwischen einigermaßen sicher sein, sie nicht eines Tages abreißen zu müssen. Vor jeder Transaktion müssen zwei unabhängige Gutachter grünes Licht geben. In Griechenland bieten außerdem inzwischen viele deutsch- und englischsprachige Makler, Anwälte und Notare ihre Dienste für einen reibungslosen Immobilienkauf an. Auch Georg Petras übernimmt für seine Kunden Behördengänge und beantragt für sie eine griechische Steuernummer. Dafür braucht er meistens nur einen Tag. Allerdings gelte nach wie vor: "Wer sich mit unserer Bürokratie nicht auskennt, schafft das nicht mal in drei Wochen."

Um beim Immobilienkauf die Besitzverhältnisse zu klären, ist ein Blick ins Grundbuch notwendig. Dafür braucht man in Griechenland einen Anwalt. "Mit ihm ist man auf der sicheren Seite", sagt Petras. Wichtig: In vielen Regionen des Landes gibt es kein Grundbuch. Deshalb muss ein Anwalt alle Besitzerwechsel der vergangenen 20 Jahre überprüfen, bevor ein Kaufvertrag unterschrieben werden kann. Achtung: Grundstücke, die militärisch genutzt werden oder auf denen es archäologische Grabungen gibt, sind unverkäuflich.

"Die Preise fallen weiter"

Wer ein Grundstück, ein Haus oder eine Wohnung in Hellas kauft, zahlt entweder zehn Prozent Grunderwerbssteuer auf den Kaufpreis oder 16 Prozent Mehrwertsteuer, ferner zwei Prozent Maklercourtage und 1,8 Prozent an den Notar. Weiter beleben will die Athener Regierung den Immobilienmarkt durch eine Absenkung der Grunderwerbssteuer für europäische Rentner.

Peter Schöllhorn von der Schutzgemeinschaft Auslandsimmobilien in Freiburg warnt allerdings vor zu viel Kauflust im äußersten Südosten Europas: "Auf den griechischen Inseln sollte man sich genau wie in Spanien eine Immobilie nur für den Eigenbedarf anschaffen. Renditen aus einer Vermietung oder durch Wertsteigerung sind vorerst nicht zu erwarten." Er gibt zu bedenken, dass es nur wenige Direktflüge deutscher Linien- und Billigflieger auf die griechischen Inseln gibt und dass die Infrastruktur vor Ort "nur selten deutschen Maßstäben gerecht wird".

Theo Neugebauer, auf Auslandsimmobilien spezialisierter Makler im nordrhein-westfälischen Herten, rät ebenfalls zur Gelassenheit: Der griechische Markt habe die Talsohle noch lange nicht erreicht. Seine Kunden würden noch warten. "Die Preise fallen weiter", ist er sicher. Man solle bis zum Sommer sondieren.

Genau davor warnt Georg Petras: "Dann sind die schönsten Domizile längst weg." Mal sehen, wer recht behält...

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