Teures Wohneigentum Immobilienpreise in Großstädten steigen rasant

Kredite sind günstig, Anlage-Alternativen rar. Deshalb steigen die Preise für Wohneigentum laut dem Immobilienverband IVD weiterhin rasant an. Mit Abstand am teuersten: München.
Boomstadt München: 3600 Euro pro Quadratmeter

Boomstadt München: 3600 Euro pro Quadratmeter

Foto: Marc Müller/ dpa

Frankfurt am Main - Die Kaufpreise für Wohneigentum in Deutschland steigen weiterhin deutlich an. Das gilt laut dem neuen Wohnpreisspiegel des Immobilienverbands IVD besonders für Großstädte. Für eine bestehende Eigentumswohnung mit mittlerem Wohnwert werden demnach zurzeit 1082 Euro pro Quadratmeter gezahlt. Das sind 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr. 2013 waren die Preise mit 5,3 Prozent noch schneller gestiegen.

"Damit liegt das durchschnittliche Preisniveau für Eigentumswohnungen immer noch zehn Prozent niedriger als vor 20 Jahren", sagte IVD-Vizepräsident Jürgen Michael Schick. Nach dem Immobilienboom der 1990er Jahre seien die Preise für Wohneigentum lange Zeit überproportional zurückgegangen. Erst seit 2010 sei ein Aufholprozess zu beobachten.

In Großstädten verteuern sich Eigentumswohnungen jedoch deutlich schneller als im Bundesschnitt und auch als im Vorjahr. So kostet der Quadratmeter in Städten mit mindestens 500.000 Einwohnern laut IVD im Schnitt 1689 Euro und damit 9,3 Prozent mehr als vor einem Jahr: Der Anstieg lag damals bei 7,8 Prozent.

IVD-Präsident Jens-Ulrich Kießling begründet die Entwicklung zudem mit der wachsenden Bevölkerungszahl in den Metropolen: "Der Wohnungsneubau kann damit nicht mithalten - auch wenn das Neubauvolumen in den vergangenen Jahren zugenommen hat."

München ist erneut Spitzenreiter

Besonders kräftig stiegen die Preise mit 14,29 Prozent erneut in München: Nach IVD-Angaben müssen Käufer dort derzeit 3600 Euro pro Quadratmeter für eine Eigentumswohnung mittleren Wohnwerts bezahlen. Mit großem Abstand auf Platz zwei folgt Stuttgart (2245 Euro, +9,87 Prozent) vor Hamburg (2100 Euro, +10,53 Prozent). Deutlich günstiger bleibt Berlin mit 1750 Euro pro Quadratmeter - allerdings ist die Entwicklung dort rasant (+ 12,9 Prozent). "Die Preise werden weiter steigen, aber sie schießen nicht in die Höhe", prognostiziert Schick. In einigen Metropolen seien zweistelligen Plusraten allerdings weiterhin möglich.

Die Mietentwicklung in Deutschland hat sich der Analyse zufolge dagegen spürbar verlangsamt. Im Durchschnitt koste eine nach 1949 gebaute Wohnung mit mittlerem Wohnwert derzeit 5,78 Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter. Das seien 2,1 Prozent mehr als im Vorjahr, erklärte IVD. Im vergangenen Jahr hatte der Preisanstieg noch bei mehr als drei Prozent gelegen. In vielen Großstädten wie Düsseldorf, Frankfurt und Dresden sowie Bonn und Wiesbaden seien die Mieten gar nicht gestiegen.

"Immer mehr Menschen wollen sich mit dem Kauf der eigenen vier Wände von der Entwicklung der Mieten unabhängig machen und nutzen das derzeit niedrige Zinsniveau zum Wohnungskauf. Damit tragen sie zur Aufwärtsbewegung der Kaufpreise für Eigentumswohnungen bei", sagte Schick.

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