Deutschland nur im Mittelfeld So schnell steigen die Immobilienpreise in Europa

Von wegen Boom! Im europäischen Vergleich steigen die deutschen Wohnungspreise nur mittelmäßig. Am stärksten nach oben ging es zuletzt in Ungarn - mit 14 Prozent.

Budapest: Die Ungarn haben bei den Immobilienpreisen einiges aufzuholen
Bernadett Szabo/ REUTERS

Budapest: Die Ungarn haben bei den Immobilienpreisen einiges aufzuholen

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Das Geschäft mit Wohnimmobilien in Deutschland wächst seit Jahren. Von April bis Juni 2019 legten die Hauspreise erneut zu, um 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Doch damit befindet sich Deutschland laut einem Eurostat-Vergleich von 29 Staaten nur im europäischen Mittelmaß. In 16 anderen europäischen Ländern sind die Preise im selben Zeitraum schneller gestiegen.

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Vor allem in Osteuropa haben sich Immobilien stark verteuert. Spitzenreiter ist Ungarn, hier kletterten die Hauspreise um 14 Prozent. Die Ungarn haben einiges aufzuholen; eine Wohnung dort kostet laut einer Studie der Beratungsfirma Deloitte im Schnitt nur 1323 Euro pro Quadratmeter, weniger als halb so viel wie in Deutschland (3405 Euro). Allerdings verfügen die Ungarn auch über wesentlich niedrigere Einkommen. Eine 70-Quadratmeter-Wohnung zu kaufen kostet sie laut Deloitte im Schnitt knapp acht Bruttojahreseinkommen, in Deutschland genügen gut fünf.

In Italien werden Häuser billiger

Auch in Kroatien (10,4 Prozent), Tschechien (8,7 Prozent) und Polen (8,2 Prozent) haben sich Häuser deutlich schneller verteuert als im europäischen Durchschnitt von 4,2 Prozent. Der erneute Anstieg der Hauspreise in Europa mit zum Teil zweistelligen Zuwächsen kommt überraschend, da sich die allgemeine Konjunktur in vielen Staaten abgekühlt hat. Doch offensichtlich treiben die niedrigen Zinsen die Bereitschaft der Bürger an, in Immobilien zu investieren.

Das gilt allerdings nicht für Italien, das Land findet sich am Ende der Eurostat-Liste. Dort werden Häuser sogar billiger, im zweiten Quartal sanken die Preise im Jahresvergleich um 0,2 Prozent. Schon seit Beginn der Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren verlieren Wohnungen in Italien kontinuierlich an Wert.

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insgesamt 28 Beiträge
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Seite 1
GerhardFeder 12.10.2019
1. Kapitalflucht
Das internationale Kpital sucht sichere Häfen, dort wo wenig kontrolliert wird und Geld waschen sich lohnt. Die EU sollte ein Europa-Grundbuch mit verbindlichen Regeln incl. Nennung natürlicher Personen mit Zustelladresse der Eigentümer einführen.
mhuz 12.10.2019
2.
Wer viel verlangt, wird viel enttäuscht.
raly 12.10.2019
3. ...
hmm, hier scheint Griechenland in der Statistik zu fehlen..
jujo 12.10.2019
4. ....
Wir haben 2003 zwei Wohnungen in Budapest, im zweiten Bezirk, verkauft. Labanc Ut, für den der sich auskennt. Wir bekamen seinerzeit ca 2250 Euro für den m2. Eine war 56m2 groß, Penthauslage, unverbaubar. die andere 120m2 Haus mit 4 Wohnungen auf einem Parkgrundstück. Wir haben das Geld rechtzeitig "umgerubelt" und transferiert. wir bekamen einen Euro für 230 Forint, heute schwankt er um die 300 Forint.
dagmar1308 12.10.2019
5. Da passt die offizielle Meldung
vor 3 Monaten, dass in Ungarn die 20% (?) der unteren Einkommensbezieher den höchsten Anteil ihres Einkommens für Miete in Europa ausgeben müssen. Wollen die auch daher keine Neubürger, die erst mal mittellos um den einfachen und schon nicht mehr billigen Wohnraum konkurrieren? Aber haben in BI vor 25 Jahren eine DHH für 220 000 Euro (umgerechnet für den nicht so schlauen Leser) und war damit zufrieden die Jahre, wenn wir das Geld beim Weg ins Altenheim wieder bekommen. Mein Nachbar hat Angebote vor 2-3 Jahren für ca. 310 000 gehabt. Diese Woche verkündet die Stadt, dass Häuser wie unseres (Bj. 88) seit kurzem von 300 000 auf 390 000 gestiegen sind. Das ist natürlich Irrsinn. Jeder kann nachlesen, dass ich für die riesige Ausweisung von Bauland bin, weg mit den ökologisch toten und subventionierten Äckern. Bei uns kommen jeden Tag die Eichhörnchen, bis zu vier gleichzeitig u.v.a. Versagen der Politik und weg mit Draghi, der die Vermögensinflation, auch bei Ackerland anheizt. Zu Lasten fast aller Bürger. Bei diesem Irrsinn wundert man sich auch nicht mehr über idiotische Wahlergebnisse in vielen EU Ländern.
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