Gagfah-Übernahme Annington schmiedet deutschen Immobilienriesen

Deutschlands größter Wohnungskonzern Deutsche Annington kann die Übernahme des Konkurrenten Gagfah vorantreiben. Mehr als 74 Prozent der Gagfah-Aktionäre haben die Offerte angenommen - es entsteht ein Immobilienkonzern mit 350.000 deutschen Wohnungen.

Annington-Zentrale in Bochum: Immobilienriese mit 350.000 Wohnungen
DPA

Annington-Zentrale in Bochum: Immobilienriese mit 350.000 Wohnungen


Bochum/Essen - Der Fusion der beiden Immobilienkonzerne Deutsche Annington und Gagfah steht aus Sicht der Aktionäre nichts mehr im Wege: Marktführer Annington hat genug Aktien des kleineren Konkurrenten in der Tasche. Schon Stunden vor Ablauf der Frist um Mitternacht lag die Annahmequote bei gut 74 Prozent und damit deutlich über der ausgerufenen Mindestschwelle, wie Annington-Chef Rolf Buch am Mittwoch mitteilte.

"Wir freuen uns sehr über die durchweg positive Aufnahme unseres Vorhabens, die beiden Unternehmen Deutsche Annington und Gagfah zu einem führenden deutschen Wohnungsunternehmen mit rund 350.000 Wohneinheiten zusammenzuführen", sagte Buch. Sobald auch die Kartellwächter zugestimmt haben, will Buch mit der Zusammenlegung der beiden Ruhrgebietsrivalen beginnen.

Entstehen wird ein Konzern mit einem Immobilienvermögen von 21 Milliarden Euro - nach Angaben von Annington der zweitgrößte in Europa hinter der französischen Unibail-Rodamco. Buch träumt von einem "nationalen Champion" und will die Konsolidierung auf dem deutschen Markt weiter vorantreiben. Er hatte die Pläne zusammen mit Gagfah-Chef Thomas Zinnöcker Anfang Dezember einvernehmlich publik gemacht. Kurz vor Weihnachten wurde das freiwillige Übernahmeangebot dann offiziell gestartet.

Die Annahmequote von mehr als 74 Prozent könnte sich noch weiter erhöhen, hieß es. Bei dem freiwilligen Angebot hatte Annington 122,52 Euro in bar für 14 Gagfah-Aktien plus fünf neue Aktien der Deutschen Annington geboten. Durch die Übernahme versprechen sich die Gesellschaften Einsparungen von 84 Millionen Euro im Jahr.

Bei der Bekanntgabe der Übernahmepläne war versichert worden, dass der Abbau von Arbeitsplätzen nicht im Vordergrund stehe. Langfristig könnten in dem gemeinsamen Unternehmen sogar zusätzliche Jobs geschaffen werden. Die Gagfah mit Sitz in Essen beschäftigt insgesamt 1500 Menschen, die Deutsche Annington kommt auf 3400 Mitarbeiter.

nck/Reuters/dpa

insgesamt 6 Beiträge
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debreczen 21.01.2015
1. Schade,
Leider erfährt man nicht, wem dieses nichtinstandhaltende Wunderunternehmen eigentlich gehört. Immerhin fließen denen jeden Monat auch jede Menge Mietanteile der JC und Sozialämter zu, also unser Steuergeld.
m14861486 21.01.2015
2. Mieter fragen !?
Vlt sollte man zuerst die Mieter fragen wie die das denn finden. Und generell bin ich der Meinung das Wohnen nicht zu kommerzialisieren. Das neue Unternehmen solltw sich verpflichten diw Mietpreise niedrig zu halten und evtl auf dwn maximalsten Gewinn zu verzichten. Aber was rede ich denn da! Ich Träumer! ;)
karl2015 21.01.2015
3. Mietern gehören die Wohnungen nicht
Wozu sollen Eigentümer die Mieter um Erlaubnis fragen? In welcher Welt leben Sie? Ohne Investoren gibt es keine Wohnungen und keine Sanierungen. Es sollten die Bedingungen für Investoren verbessert werden, damit mehr Wohnungen entstehen und durch das höhere Angebot der Druck auf die Mieten sinkt.
CommonSense2006 22.01.2015
4. Anders herum
Zitat von karl2015Wozu sollen Eigentümer die Mieter um Erlaubnis fragen? In welcher Welt leben Sie? Ohne Investoren gibt es keine Wohnungen und keine Sanierungen. Es sollten die Bedingungen für Investoren verbessert werden, damit mehr Wohnungen entstehen und durch das höhere Angebot der Druck auf die Mieten sinkt.
Man könnte ja auch den Druck vom Mietmarkt nehmen, indem man die Zahl der Mieter verringert: Indem man die Zahl der Wohnungsbesitzer vergrößert. Gerade bei den öffentlichen, semi-öffentlichen und ehemals öffentlichen fände ich es sehr angebracht, wenn die den Bewohnern die Wohnungen zuerst anbieten würden, die Bewohner könnten die bei den heutigen Zinsen zu einem Preis erwerben, bei dem die Belastung unter der derzeitigen Miete liegt. Aber das wäre ja ein kleines bisschen aufwand, da verscheuern wir das Ganze lieber an die Annington oder an Guy Hands, damit wir es schnell vom Tisch bekommen. Ich bin politisch eher kapitalistisch orientiert...
lilalilith 22.01.2015
5.
Finger weg von den Wohnungen der Annington! Ganz schlimmer Laden. Ich habe Erfahrung mit denen gemacht und kenne auch andere Mieter von denen und alle sind schockiert über die Verhältnisse dort. Unser Mietrechtsanwalt hat uns auch vor denen gewarnt. Die Hotline ist eine Frechheit und die betreiben ganz schlimme Abzocke...
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