Immobilienpreise Spaniens teuerste Straße liegt auf Mallorca

Die Immobilienpreise schossen zuletzt vielerorts in Europa in die Höhe. In Großbritannien wurde es zuletzt im Norden des Landes besonders kostspielig, in Spanien gibt es die teuersten Häuser auf Mallorca.
Blick auf Palma de Mallorca (Symbolbild)

Blick auf Palma de Mallorca (Symbolbild)

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Jochen Tack / imago images

Vielleicht gibt es zwischen beiden Meldungen einen Zusammenhang: Das britische Statistikamt  hat ermittelt, dass die Immobilienpreise in Großbritannien so stark gestiegen sind, wie seit rund 17 Jahren nicht mehr. Unterdessen hat die größte Immobilienplattform Idealista ermittelt, dass die teuerste Straße Spaniens auf einer auch bei Britinnen und Briten äußerst beliebten Insel liegt: Mallorca.

Für Häuser an der nur knapp 500 Meter langen Straße Carrer Sant Carles in der Gemeinde Calvià werden demnach die höchsten Kaufpreise für Immobilien verlangt, wie eine Erhebung der Plattform  zeigt, über die unter anderem das Medium »El Confidencial « berichtet hatte.

Die Eigentümer der Häuser auf Mallorca verlangten dort im Schnitt 7,043 Millionen Euro. Diese Anwesen bieten fast alle dank der erhöhten Lage südwestlich der Mallorca-Hauptstadt Palma einen fantastischen Blick auf die Bucht von Palma und auf das Mittelmeer.

Steuerregeln treiben Preise in Großbritannien

Auf Platz zwei folgt in der Rangliste von Idealista die Wohnanlage »Urbanización Coto de La Zagaleta« in der Ortschaft Benahavis an der Costa del Sol unweit des Promi-Badeortes Marbella. Dort seien die geforderten Verkaufspreise mit einem Schnitt von 7,042 Millionen nur unwesentlich niedriger als an der mallorquinischen Straße Sant Carles, hieß es. Die Spitze dieser Rangliste wird von der Straße Mozart in Marbella (im Schnitt 5,932 Millionen Euro pro Haus) komplettiert.

In welchem Umfang Britinnen und Briten für diese hohen Preise auf Mallorca tatsächlich verantwortlich sind, lässt sich nur schwer ermitteln. Klar ist, dass der kräftige Anstieg der Preise auf der anderen Seite des Ärmelkanals insbesondere auch mit dem Auslaufen von Steuererleichterungen zusammenhängt.

Denn Finanzminister Rishi Sunak hatte im Juli 2020 die Steuer auf Hauskäufe für ein Jahr gesenkt, um den Einbruch bei den Immobilienverkäufen zu stoppen. Seit Juli liegt sie nun wieder auf ihrem alten Niveau, weshalb viele Briten im Juni ihre Immobiliengeschäfte noch abschließen wollten.

Laut Statistikamt zogen die Preise im Juni deshalb um durchschnittlich 13,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an. Im Mai hatte das Plus 9,8 Prozent betragen.

Lucy Pendleton vom Londoner Immobilienmakler James Pendleton sprach davon, dass die Preise durchdrehen würden. Viele Briten suchten nach geräumigeren Wohnungen, da Homeoffice seit Ausbruch der Pandemie üblich und der Platzbedarf zu Hause gestiegen ist.

Besonders kräftig zogen im Juni die Hauspreise im Nordwesten Englands an. Hier lag das Plus bei 18,6 Prozent. In der Hauptstadt London nahmen sie dagegen »nur« um 6,3 Prozent zu.

apr/Reuters/dpa