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20. August 2014, 12:46 Uhr

Immobilienpreise in London

Pause beim Monopoly

Von , London

Platzt jetzt die Blase? Nach Jahren des rasanten Anstiegs fallen die Londoner Immobilienpreise wieder. Die Korrektur in dem überhitzten Markt ist überfällig.

In den vergangenen Jahren kannte der Londoner Immobilienmarkt nur eine Richtung: nach oben. Der Crash von 2007 war längst vergessen, die Preise stiegen auf Rekordhöhen. Der Durchschnittspreis für eine Wohnung in der britischen Hauptstadt beträgt inzwischen eine halbe Million Pfund.

Doch nun häufen sich die schlechten Nachrichten für Immobilienbesitzer. Im August fielen die Kaufpreise in London um 5,9 Prozent gegenüber dem Juli. Das ergab eine Auswertung aller Angebote auf dem Immobilienportal Rightmove. Noch alarmierender: Es war der dritte Monat in Folge, dass die Preise sanken.

Makler melden steigende Zahlen von Eigentümern, die ihr Haus loswerden wollen. Viele wollten auf dem Höhepunkt des Marktes aussteigen, sagte Paul Smith, Chef der Maklerfirma Spicerhaart, der Zeitung "City AM". Demgegenüber stehen zunehmend vorsichtige Käufer, die von den Mondpreisen und möglichen Zinssteigerungen der Bank of England abgeschreckt werden.

Der Verband der Immobilienexperten, das Royal Institute of Chartered Surveyors, meldet einen deutlichen Rückgang der Kaufanfragen. Dieser Frühindikator lässt auf weniger Transaktionen in der zweiten Jahreshälfte schließen.

Die Blase wächst weiter, nur langsamer

Der Trend führt in der immobilienverrückten Metropole zu besorgten Dinnergesprächen: Ist es mal wieder so weit, platzt nun die Blase? Bislang wiegeln Makler und Ökonomen noch ab. Sie erwarten, dass die Blase weiter wächst, nur langsamer. In den zwölf Monaten bis Juni sind die Londoner Hauspreise laut der nationalen Statistikbehörde ONS um 19,3 Prozent gestiegen. Solche schwindelerregenden Wertzuwächse soll es auf absehbare Zeit nicht geben.

Stattdessen prognostiziert die Maklerfirma Hamptons International für das kommende Jahr einen Preisanstieg von drei Prozent - nach 15 Prozent in diesem Jahr. Die Ökonomen von Capital Economics sagen für 2015 ein Wachstum von sechs Prozent voraus.

Das sind immer noch relativ hohe Zahlen, die zudem deutlich über dem Wachstum der Löhne und Gehälter liegen. Man könne also kaum von einem Platzen der Blase sprechen, kommentierte der "Observer".

In einigen Zirkeln wird die Entspannung auf dem Wohnungsmarkt sogar begrüßt. Der Bank of England und der britischen Regierung kommt der Preisverfall entgegen, weil er die Inflationsrate drückt. Sie liegt derzeit bei 1,6 Prozent. Für den Fall, dass sie über zwei Prozent steigt, hat Zentralbankchef Mark Carney eine Erhöhung des Leitzinses angekündigt. Hypotheken würden teurer, viele überschuldete Briten stünden vor dem Ruin. Das käme der Regierung von Premier David Cameron vor der Unterhauswahl im Mai 2015 außerordentlich ungelegen.

Langfristig werden die Immobilienpreise in London wohl weiter steigen, das legen die fundamentalen Wirtschaftsdaten nahe. Die Bevölkerung der Stadt wächst schneller, als neue Wohnungen gebaut werden, der Wohnungsmangel wird also jedes Jahr größer. Dazu kommt die Nachfrage ausländischer Investoren, die ihr Kapital im sicheren Hafen London anlegen wollen. Wie es aussieht, macht das Londoner Immobilien-Monopoly gerade nur eine kleine Pause.

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