Januar-Zahlen Industrie startet gut ins Jahr

Zum Jahresanfang ist die deutsche Industrie stärker gewachsen als erwartet. Die Exporte stagnierten allerdings und die Auswirkungen der Coronakrise dürften sich erst später zeigen.
Autos vor dem Export: Mehr produziert, weniger ins Ausland verkauft

Autos vor dem Export: Mehr produziert, weniger ins Ausland verkauft

Foto: Fabian Bimmer/ REUTERS

Die deutsche Industrie hat zum Jahresanfang überraschend mehr produziert. Die Fertigung sei im Monatsvergleich um drei Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das ist der stärkste Zuwachs seit November 2017. Analysten hatten zwar im Schnitt mit einem Anstieg gerechnet, waren aber nur von einem Zuwachs um 1,7 Prozent ausgegangen.

Im Dezember war die Produktion im Monatsvergleich noch gesunken - jedoch nicht so stark, wie zunächst gedacht. Das Statistische Bundesamt sprach nach einer Revision der Zahlen von 2,2 Prozent weniger als noch im November. Zunächst hatte es geheißen, der Rückgang betrage 3,5 Prozent.

Gegenüber dem Vorjahresmonat sank die Herstellung schwächer als erwartet. Das Bundesamt meldete für Januar einen Rückgang um 1,3 Prozent, während Analysten ein Minus von 3,9 Prozent erwartet hatten.

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Innerhalb der Industrie legte die Produktion von Vorleistungsgütern im Januar um 5,1 Prozent gegenüber dem Vormonat zu. Die Produktion von Investitionsgütern stieg um 2,1 Prozent, die von Konsumgütern blieb auf dem Niveau des Vormonats. Die Bauproduktion stieg um 4,7 Prozent.

Deutsche Exporteure starten schwach ins neue Jahr

Während die Produktion anzog, stiegen die Verkäufe ins Ausland nicht: Von Dezember auf Januar stagnierten die Exporte dem Bundesamt zufolge bei einem Gesamtwert von 106,5 Milliarden Euro. Die Importe legten um 0,5 Prozent zu. Im Vergleich zum Januar 2019 wurden am Jahresanfang sogar 2,1 Prozent weniger Waren exportiert. Die Einfuhren nach Deutschland verringerten sich im Jahresvergleich um 1,8 Prozent auf 92,7 Milliarden Euro.

Der Handel mit China ging zum Jahresauftakt zwar zurück - noch lässt sich nach Einschätzung der Statistiker aber noch nicht eindeutig sagen, welche Auswirkungen die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 auf die Exportwirtschaft hat.

Der Außenhandelsverband BGA forderte in einer ersten Reaktion politische Unterstützung. Präsident Holger Bingmann begrüßte deshalb die Beschlüsse des Koalitionsausschusses. Union und SPD hatten sich unter anderem auf eine Ausweitung des Kurzarbeitergeldes geeinigt. Bingmann sagte, bislang hätten die Unternehmen die zahlreichen Probleme der Weltwirtschaft mit Mühe meistern können. "Mit dem Coronavirus ist ein zusätzlicher Faktor ins Spiel gekommen, der die Weltwirtschaft deutlich belasten wird", sagte er.

Das Jahr 2019 hatte die deutsche Exportwirtschaft trotz der Abkühlung der Weltwirtschaft und globaler Handelskonflikte mit einem Rekord abgeschlossen: Die Warenausfuhr war auf 1327,6 Milliarden Euro gestiegen. Trotz eines Rückgangs um 3,2 Prozent blieben Kraftwagen und -teile das wichtigste Exportgut. Große Außenhandelsüberschüsse wurden auch mit Maschinen und Chemieprodukten erzielt. Negativ fiel die Außenhandelsbilanz bei Erdöl und Erdgas sowie bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen aus.

kko/dpa
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